18.9.25

Warum privatwirtschaftliche Medien meist konservativ, öffentliche Medien meist progressiv sind

In den USA wird auf Druck der Trump-Regierung ein weiterer Late-Night-Moderator abgesägt. Jimmy Kimmel von ABC (gehört zu Disney) muss seine Sendung einstellen. Trump jubelt.

Zuvor hatte es bereits Stephen Colbert (CBS, gehört zu Viacom/Paramount) getroffen. Seine Show wird nächstes Jahr abgesetzt.

Ich sehe die USA unter Herrschaft der Republikaner ganz deutlich auf dem Weg in die Diktatur. Warum sich die Demokraten dort nicht entschieden wehren, weiß ich nicht. Die rechte Vorherrschaft in den klassischen wie sozialen Medien dominiert. Die privatwirtschaftlichen Medienkonzerne kuschen vor Trump.

In Deutschland hat der italienische, rechtskonservative Medienkonzern "Media For Europe" von Berlusconi die Mehrheit an ProSiebenSat1 erworben. Ob dort publizistisch ebenso bald ein anderer Wind herrscht, bleibt abzuwarten.

Öffentliche Medien gehören uns dagegen allen. Das gilt für ARD und ZDF bei uns. Auch in den USA gibt es mit PBS und NPR öffentliche Medien. Dort genießen sie jedoch ein Nischendasein. Was sich jetzt, unter dem Autokraten Trump, als Nachteil heraus stellt. Zumal seine Administration die Mittel für PBS und NPR bis an die Schmerzgrenze gekürzt hat.

Rupert Murdochs' Fox News hat den Claim "Fair and Balanced". Wovon in der Realität keine Rede sein kann. Ähnliches droht uns in Deutschland mit "Nius", das bald in mehreren Bundesländern terrestrisch zu empfangen sein wird.

Ich erlebe es beim Vertrieb meiner Zeitung immer wieder, dass die Leute sagen: "Ach, ich lese schon lange keine Zeitung mehr". Oder: "Ihr bekommt doch von Berlin gesagt, was ihr zu berichten habt". 

Um es ganz klar zu sagen: Nein! 

Keine Zeitung in Deutschland, egal ob konservativ oder progressiv, bekommt einen Anruf von der Regierung, was sie zu schreiben hat! Wir sind nicht in der DDR! 

Konzerne, nicht nur Medienkonzerne, wollen Geschäfte machen und Geld verdienen. Das ist in unserer kapitalistischen Gesellschaft legitim. 

Wenn es aber so weit geht, dass deswegen die Demokratie gefährdet wird, muss dem ein entschiedener Riegel vorgeschoben werden. 

Das ist meine dezidierte Meinung.

14.9.25

Das böse "U"-Wort

Es ist bereits länger her, da führte der konservative, CDU-nahe Berliner Historiker Paul Nolte in Bezug auf das TV-Programm der deutschen Privatsender das böse Wort "Unterschichtenfernsehen" ein.

Er meinte damit vor allem das Tagesprogramm von RTL, SAT.1, Pro Sieben, RTL2 und co. mit ihren billig produzierten Scripted-Reality-Serien, mit ihren Laiendarstellern und ihren Pseudo-Dokus.

Satiriker wie Harald Schmidt griffen den Begriff auf. Doch weil man in Deutschland niemanden diskriminieren wollte (was auch ich grundsätzlich für richtig halte), wurde die Diskussion schnell abgewürgt. Und der Begriff verschwand wieder.

Mehr als zehn Jahre später gibt es diese Formate immer noch. Und nicht nur das. Die Liste an Z-Promis, die der Boulevard in TV, Internet und Print feiert, wird immer länger.

Ich bin der Meinung, wir sollten offen diskutieren. Das Niveau in sozialen Medien (die es damals noch nicht gab) wie in den klassischen Medien wird immer schlechter. Die Zuspitzungen, die Provokationen, der Hass sorgen dafür, dass wir mittlerweile eine intellektuelle Unterschicht haben.

Diese "intellektuelle Unterschicht" ist nicht zu verwechseln mit der "finanziellen Unterschicht". Letztere kann für ihre meist prekäre Situation nichts. 

Und, glaubt mir, wie oft ich in der finalen Phase meines Studiums meine Eltern um schnelle Überweisung von ein paar Euro bitten musste, weil ich mir nichts mehr zu essen kaufen konnte.

Ich weiß also, wovon ich rede.

Die intellektuelle Unterschicht ist mittlerweile das viel größere Problem als die finanzielle oder die TV-Unterschicht. 

Deshalb bin ich auch dafür, dass Smartphones an Schulen bis zum 14. oder meinetwegen auch 16. Lebensjahr verboten werden sollen. 

Deshalb bin ich dafür, die großen Monopol-Tech-Konzerne zu zerschlagen (was aber nur eine vernünftige US-Administration angehen könnte, die wir nicht haben).

Deshalb bin ich dafür, dass die demokratischen Parteien TikTok, Instagram und co. mit demokratischem Content fluten, statt mit "Scheiße" (Steve Bannon).

Deshalb bin ich für ein AfD-Verbot.

So. Das war das Wort zum (Wahl-) Sonntag hier bei mir in NRW.

6.9.25

Europas Regierungen im Aufruhr / Europe's governments in turmoil

Die Kriege in der Ukraine und in Gaza beherrschen momentan die Schlagzeilen. Auch US-Präsident Trumps tägliche Manöver dominieren die Medien bis an die Schmerzgrenze. 

Also ist ist es die Zeit für Außen- und Sicherheitspolitiker in Europa. Doch nicht nur bei uns in Deutschland droht eine Regierungskrise. Die Innenpolitik in den europäischen Staaten könnte bald die Oberhand gewinnen. 

Fangen wir mit "uns" an. Es stehen Reformen bei Renten, Bürgergeld und - möglicherweise - auch dem Gesundheitssystem an. Ein eventuelles AfD-Verbot steht auch im Raum. In all diesen Punkten haben Union und SPD fundamental unterschiedliche programmatische Vorstellungen. 

Nach dem Krach um die an der Union gescheiterte Richterwahl und dem Wort "Bullshit" von SPD-Chefin Bas in Sachen Sozialstaat ist zu befürchten, dass es bald Ärger geben wird. Die Zufriedenheit mit der Regierung ist - mal wieder - auf einem Tiefstand. 

Auch in Frankreich droht eine Regierungskrise. Das linke Bündnis unter Führung von "La France insoumise" (Unbeugsames Frankreich) und der rechte "Rassemblement National" werden mit dem zentristischen Premierminister Bayrou im Parlament voraussichtlich das tun, was sie auch schon mit seinem Vorgänger Michel Barnier getan haben: Ihn stürzen. Dann droht Frankreich als internationaler Stabilitätsanker auszufallen.

In Großbritannien bildet Premier Starmer gerade nach einem Ministerinnenrücktritt sein Kabinett um. Labour liegt in den Umfragen weit hinter dem rechten "Reform UK", der Stimmung gegen Migranten macht. Chef von "Reform UK" ist Nigel Farage, der das Land schon mit aus der EU geführt hat (privater Kommentar von mir: "Nur die dümmsten Kälber wählen ihre Metzger selber").

In den Niederlanden regiert nur noch ein Rumpfkabinett, nachdem die rechte PVV von Wilders und der konservative NSC das Vier-Parteien-Bündnis verlassen haben. Ende Oktober gibt es Neuwahlen. Ob es dann wieder eine Regierungsbeteiligung von Wilders geben wird, ist offen. Immerhin hat seine Partei in Umfragen deutlich verloren.

Spanien ist eines der letzten EU-Länder mit sozialdemokratischem Regierungschef. Doch Ministerpräsident Sanchez steht unter starkem Druck der konservativen PP und der rechten Partei Vox. Kurzzeitig, vor etlichen Monaten, hatte sich der Premier aus der Öffentlichkeit zurück gezogen und einen Rücktritt erwogen. Doch er blieb. Ob die PSOE die nächsten Wahlen mit ihren Koalitionspartnern gewinnen wird, ist fraglich.

Polens liberal-konservativer Premier Tusk kann nach der Niederlage seines Kandidaten bei der Präsidentschaftswahl nun nicht durchregieren. Der neue PiS-Präsident Nawrocki hat angekündigt, noch härter gegen Tusks Regierung vorzugehen. Damit droht auch Polen eine Hängepartie.

Fazit:  

All diese Beispiele sollen verdeutlichen, dass die innenpolitischen Krisen in den europäischen Staaten die Außenpolitik schon bald verdrängen könnten.

 

3.9.25

Eine Nachricht für Elon M. / A message to Elon M.

Bei WDR online habe ich gelesen, dass Elon Musk sich in den Kölner Kommunalwahlkampf eingemischt hat. Konkret wiederholt er die Behauptung, nur die AfD könne Deutschland retten. 

Und er kritisiert das Fairness- Abkommen, das in Köln seit 1998 besteht. Dies ist ein Abkommen demokratischer Parteien, sich nicht auf Kosten von Minderheiten im Wahlkampf zu profilieren.

Deshalb ergehen hier meine Worte:

Elon M., hands off Cologne and hands off Germany! 

Take your BL**DY cars and go to hell, you F*CK*NG B*ST*RD!

So. Das musste mal gesagt werden.

25.8.25

ARD-Radios mutieren zum NRW-Lokalfunk

ARD und ZDF geben Millionen Euro für Sportrechte aus. Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten sollen aber sparen. Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten müssen sogar sparen. Das gibt ihnen die Politik vor.

Am Sport soll nicht gespart werden. Sport ist Quotenbringer und somit einer von weniger werdenden Gründen für den Erhalt der Öffis.

Deshalb wird woanders gekürzt. Unter Anderem in meinem Lieblingsmedium Radio.

Das ARD-Abendprogramm kommt auf vielen Wellen nun zentral vom mdr und SWR. Um Eigenständigkeit vorzutäuschen, werden darin die regionalen ARD-Jingles zentral „abgefeuert“. Damit Otto-Normalhörer nicht merkt, dass „sein“ WDR 2, NDR 2 oder bremen vier momentan gar nicht sendet.

Es ist das gleiche Prinzip wie beim NRW-Lokalfunk. Dort werden seit jeher lokale Jingles zentral aus Oberhausen „abgefeuert“. Das macht das Moderationspult zum Schaltpult. Es macht die Seele des Mediums Radio kaputt. Und niemand – möglichst niemand – soll es merken.

Früher gab’s auf hr3 Abends Spezialsendungen und Samstags das „Ausgehspiel“. WDR 2 sendete unter der Woche Kabarett, später Musikspecials; Samstags „Yesterday – Die Oldieshow“. NDR 2 hatte den „Club“ und den „Club nach Zehn“ mit Schmusimusi. Bayern 3 sendete „Nightlife“.

Alles Sendungen, die ich gerne hörte. Alles Vergangenheit. Jetzt gibt’s Einheitsfunk.

Die Popwellen senden „Pop - Die Abendshow“ von SWR3. Die Oldiewellen senden den „ARD-Abend“ aus den mdr-Landesfunkhäusern. SWR1, hr1 und bremen eins strahlen den „Musikclub“ aus Stuttgart aus. Immerhin, das ist noch eine hörenswerte Sendung. Nur der stark unter Konkurrenzdruck sendende rbb und der BR halten sich aus dem Einheitsmantel raus - noch.

Im ARD-Nachtprogramm hat sich auch viel verändert. In der „ARD-Popnacht“ wechselte die gebende Rundfunkanstalt jede Nacht. Montags kam sie vom SFB, dienstags vom WDR...und so weiter.

Mittlerweile ist auch nachts Ödnis angesagt. Pop kommt vom SWR. Oldies vom mdr, Klassik vom BR. Was Vielfalt vorgaukelt, wo nur noch Einfalt besteht.

Schade.