12.9.26

For my readers from England: The differences between Thomas Tuchel and Juergen Klopp

First of all, I have to say: Juergen Klopp is a motivation genius. 

He powered and energised Liverpool FC to success the same way he had done with Borussia Dortmund years before. Klopp has a tricky, genius-like way to talk to his players and make them play power football. Run, run, run, this seems to be his secret of success. 

Well, if I think back to his Dortmund years, at some point in time it did not work out any more. So he left. He has probably learned from that and left Liverpool at exactly the right time spot. 

As a German, I hope he will be doing well as Germany manager. Because our team is down on the ground after this summer’s World Cup.

England manager Thomas Tuchel is much different to Klopp’s personality and attitude. At first I must say, Tuchel should actually eat more to get some meat on his bones, as he’s really thin. 

He is much more „German“ than Klopp, if you like. Tuchel is quieter, more serious and doesn’t seem to laugh a lot. He has had a success in the 2026 World Cup, but as far as I know, he’s also not undisputed within the rough British press (correct me if I’m wrong)? 

Anyway, in the past, Tuchel was manager of both (!) Borussia Dortmund and Bayern Munich. These two clubs mean the same for Germans like FC Barcelona and Real Madrid mean for Spain. 

As a Bayern manager, he wasn’t very successful. Though being Bayern Munich coach is somehow considered as the “gold standard“ in Germany. Nevertheless, I wish him and the England team success. 

10.9.26

Mal Sport: Warum die 50+1-Regelung fallen muss. Und warum Jürgen Klopp zehn Jahre zu spät kommt.

Ich habe es hier vor langer Zeit schon einmal geschrieben. Die 50+1-Regelung im deutschen Profifußball muss weg.

Erstens, weil die Dominanz der Bayern, die seit Jahren und Jahrzehnten die Bundesliga beherrschen, anders nicht zu brechen ist. Und das wird auch in Zukunft der Fall sein, wenn es so weiter geht. 

Zweitens ist die Bundesliga sowieso jetzt schon total im Griff des Kommerzes. Ob da nun in Zukunft auch vermehrt in- oder ausländische Geldgeber investieren, macht keinen Unterschied.

Drittens sollten sich die Fans vom lieb gewonnen "Traditionalismus" verabschieden. Auch auf die Gefahr hin, dass dann Bier und Bratwurst nicht mehr nur für zehn Euro im Stadion zu haben sein werden.

Und zu Jürgen Klopp: Der DFB hätte ihn schon 2016, bevor er zu Liverpool ging, engagieren sollen. Nach den Fehlgriffen Flick und Nagelsmann liegt der deutsche Fußball am Boden. 

Ob der mittlerweile auch schon fast 60-jährige Klopp das Ruder herum reißen kann und neue Begeisterung entfachen kann, bleibt abzuwarten. Er kommt zu spät. Aber gut, dass er jetzt da ist.

9.9.26

Der Klimakatastrophensommer, oder: Warum "Die Grünen" eigentlich bei 40 Prozent stehen müssten

Bereits Ende Juni maß mein Thermometer hier auf meiner Kölner Terrasse 44 Grad in der Sonne. 

Nicht nur, dass dieser Hitzesommer dieses Jahr sehr früh kam. Er kam auch wiederholt. Ich erinnere mich an 2018, als wir im Westen von April bis Oktober durchgängig 30 Grad Außentemperatur hatten.

Als Resultat erreichten "Die Grünen" bei der Bundestagwahl 2021 ein Traumergebnis und zogen erstmals seit 2005 in die Regierung ein. Doch schon bald sorgte die Polemik von Rechts gegen Grünen-Wirtschaftsminister Habecks "Gebäudeenergiegesetz" für einen jähen Abschwung. 

Tausende Menschen starben diesen Sommer ob der Hitze. Wälder, Landwirtschaft und Schiffsverkehr litten und leiden immer noch. Gestern Abend sah ich unter dem Titel "Fuck The Planet" eine dreiteilige Dokuserie auf "arte", in welcher die Pro- und Antiklimabemühungen seit den 1970er-Jahren dokumentiert wurden.

Vorwiegend ging es um die USA. Es waren damals die Rechten um Ronald Reagan und heute um Donald Trump, die wissenschaftliche Erkenntnisse zum Klimawandel ignorierten und aktiv bekämpften. In diesem Zusammenhang empfehle ich das Buch "Die Brandstifter. Wie Extremisten die Republikanische Partei übernahmen" von Annika Brockschmidt. 

Bereits in den 1990er-Jahren haben Wissenschaftler für das Europa der 2020er-Jahre solche Hitzewellen vorausgesagt. Was ist passiert? Nichts. Was passiert momentan diesbezüglich in der Politik? Nichts.

Eigentlich müssten "Die Grünen" und nicht die AfD bei, sagen wir, 40 Prozent wie in Sachsen-Anhalt stehen. Aber in Deutschland hat man sich offensichtlich der Diskurshoheit von Rechtsaußen ergeben.

Gute Nacht.



7.9.26

Das AfD-Dilemma, oder: Wie soll ich diesen Post betiteln?

Wir alle haben die gestrige Wahl in Sachsen-Anhalt mitbekommen. Doch: Wie will die AfD in Sachsen-Anhalt stabil regieren?

Die einzige Chance, die sie für eine Regierungsmehrheit hat, ist eine Koalition oder Tolerierung durch das BSW. Jenes BSW, das sich gerade in den Nachbar-Bundesländern Brandenburg und Thüringen selbst zerlegt. Was möglicherweise auch in Sachsen-Anhalt passieren wird.

Prophylaktisch redet Ulrich Siegmund von der AfD Sachsen-Anhalt schon mal von möglichen "Neuwahlen". Ahnt er, dass das alles nicht so klappen wird, wie er und seine Partei sich das vorstellen? So lange es keine Mehrheit für einen neuen Ministerpräsidenten im Landesparlament gibt, regiert Sven Schulze von der CDU geschäftsführend weiter. Was durchaus noch lange der Fall sein kann.

Der Kanzler machte es der AfD leicht. Als Merz vor einigen Wochen sein Sommerinterview in der ARD gab, musste die tagesschau-Onlineredaktion in ihrem Faktencheck danach seine vagen Aussagen, Halbwahrheiten und Verkürzungen massenhaft präzisieren und korrigieren. 

Die Länder, die sich als "Mitteldeutschland" bezeichnen, obwohl sie heute eigentlich Ostdeutschland sind, waren schon zu Kaiserzeiten und in der Weimarer Republik Hort der Reaktion. Hier, in der lutherischen Steppe, feierten die Demokratiefeinde von Stahlhelm, der DNVP (Deutsch-Nationale Volkspartei) und später NSDAP ihre ersten Erfolge. Das sollte Warnung genug sein.

Ich habe vor einiger Zeit einen Post "Das böse U-Wort" betitelt. Heute gehe ich noch weiter. Wer rechtsextrem wählt, gehört zur intellektuellen Unterschicht. Sollte die AfD irgendwann als Ganzes rechtsextrem eingestuft werden, werden sich damit nicht nur die demokratischen Politiker befassen müssen. Sondern auch die Gerichte. 

Aber das kann noch dauern.


24.7.26

Kommentar: Arbeitnehmer feiern gerne krank. Und Arbeitslose sind faul.

Das ist die verheerende Botschaft, die die Merzregierung nach draußen ins Land sendet. Ist es da ein Wunder, dass die politischen Ränder von Rechts und Links gestärkt werden?

Nein.

Friedrich Merz führt das Land wie ein CEO sein Unternehmen. Er handelt strikt im Sinne der "shareholder" beziehungsweise in seinem Fall "stakeholder": Kosten senken. Strukturen "verschlanken". Regelungen verschärfen. Usw.

Merz versteht nicht, dass seine Politik bei den Bürgern nicht ankommt. Er kann es gar nicht verstehen. Merz hat als Blackrockmann und nur kurzzeitiger Fraktionschef der Union im Bundestag niemals für längere Zeit politische Verantwortung getragen. Er weiß nicht, worauf es bei einem Regierungschef ankommt. Er meint: Die Bürger müssen mich verstehen. Ich mache doch das Richtige!

Die Bevölkerung denkt anders über seine Politik. Kein Wunder. Merz ist schon vom Habitus her ein Mann der Wirtschaft. Und keiner der Politik. Er ist zu alt und zu lange raus aus der Politik gewesen. Die Union bewegt sich in Umfragen auf die 20-Prozent-Marke zu. Die SPD auf die Zehn-Prozent-Marke. Rund 80 Prozent der Wähler sind mit der Regierung unzufrieden.

Spätestens, wenn all die in der letzten Zeit bekannt gewordenen Beschlüsse umgesetzt werden sollen, und spätestens, wenn in Sachsen-Anhalt ein AfD-Mann und in Berlin ein Vertreter der "Linken" Regierungschefs werden, wird ihm sein Scheitern bewusst werden.

Es wäre kein Verlust.