27.2.26

My daily routine: Wie und wo ich mich informiere

Ich denke, ich sollte mal niederschreiben, woher ich meine täglichen Informationen erhalte.
Morgens checke ich zunächst die Apps der Zeitungen. Für die Informationen "links von der Mitte" lese ich SPIEGEL, DIE ZEIT, SÜDDEUTSCHE ZEITUNG und taz. Für Meinungen "rechts von der Mitte" checke ich FAZ und DIE WELT. Ich habe allerdings nicht für alle Apps ein kostenpflichtiges Abo.
Außerdem schaue ich kurz ins ARD/ZDF-Morgenmagazin hinein. Tagsüber checke ich ntv, WELT und tagesschau24. Wenn Bundestagsdebatten laufen, dann phoenix. Sonntags schaue ich - das ist ein Ritual, das ich von meinem Vater habe - um Punkt 12 Uhr den "Presseclub" im Ersten.
Im Radio höre ich für Infos WDR5, Deutschlandfunk und SWR Aktuell. Wenn ich Musik nach meinem Geschmack konsumieren möchte, höre ich zum Beispiel Schwarzwaldradio, NOSTALGIE, StreamD, Radio MusicStar oder eines der vielen Rockradios, die ich hier in Köln über DAB+ empfangen kann.  
Gehen wir ins Ausland.
Für Musik kann ich BBC Radio 2 empfehlen, hier etwa Sendungen wie "Sounds of the Seventies". Über Satellit höre ich gerne mal bei französischen Jazz-Sendern wie JAZZRADIO oder TSF JAZZ rein, weil ich das Thema gerade im Schlagzeugunterricht durchnehme.
In Sachen Zeitungen ist mein Lieblings-UK-Broadsheet THE GUARDIAN. Aus den Niederlanden gerne VOLKSKRANT, aus Belgien DE MORGEN oder LE SOIR, aus Frankreich LE MONDE. 
Für englischsprachige TV-Nachrichten natürlich BBC NEWS, France 24, CNN. Gerne schaue ich auch den - zum Teil frei empfangbaren - ORF2 aus Wien, dessen Nachrichten ein gutes Komplementär zu deutschen Nachrichten bringt.
So weit dazu. 
 

22.2.26

Lesetipps zur aktuellen Politik

Ich bin regelmäßiger Kunde in meiner örtlichen Stadtbibliothek. Die Möglichkeit, dort Bücher, Magazine und Zeitschriften zu einem günstigen Preis auszuleihen, ist absolut super. Meist lese ich politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Literatur. Gerne auch wissenschaftliche und journalistisch geprägte.

Neulich lieh ich mir das Buch „Demokratie neu denken“ der Politikprofessorin Andrea Römmele aus. Da ich auch Politik studiert habe, fand ich ihren Ansatz, einen positiven Blick in die Zukunft zu werfen, interessant. Viele ihrer Szenarien klingen auch Mut machend, das fand ich ganz gut. Doch ich habe das Buch nach 120 Seiten weg gelegt.

Warum?

Nun, weil das Buch von Frau Prof. Römmele, die es mit Hilfe von Kollegen geschrieben hat, schwere Fehler beinhaltet. Die eigentlich beim Lektorat hätten auffallen müssen.

Auf S. 71 und S. 72 steht beispielsweise das englische Wort „majors“ – Frau Prof. Römmele meint damit das Wort „Bürgermeister“. Die richtige Übersetzung für „Bürgermeister“ ist aber „mayors“.

Außerdem verortet sie die „Riester-Rente“ im Jahr 1992 (S. 106). Tatsächlich wurde diese erst zehn Jahre später eingeführt. Sie schreibt außerdem den Namen des französischen Präsidenten Emmanuel Macron falsch.

Was Frau Prof. Römmele zum Thema „Demografischer Wandel“ schreibt, ist im Kern belanglos und nachplappernd („wir werden bald eine Rentnerrepublik haben“). Hier empfehle ich stattdessen das gerade neu erschienene Buch „Die erfundene Bedrohung“ von Andreas Hoffmann, der aufzeigt, warum der Sozialstaat – und damit auch die Rente – Zukunft hat.

Was ich sonst noch an Büchern auf dem Nachttisch liegen habe, wollt Ihr wissen?

Nun, ich habe noch das Buch „Machtbeben“ des Investors Dirk Müller vor mir. Und gerne lese ich auch – zur Wiederholung oder Neu-Bildung – die Reihe „xy für Dummies“. Wer keine Ahnung von einem Fachgebiet hat, findet hier meist einen guten Einstieg. 

13.2.26

Die Songs meines Lebens: Bläck Fööss und BAP - Dovun dräum ich sulang (1989)

Ich wohne jetzt seit etwas über einem Jahr in Köln. Aber die Musik kölscher Bands begleitet mich schon ein Leben lang. Jetzt ist Karneval, und ich dachte, ich schreib' mal darüber.

Mein Vater besaß viele Bläck-Fööss- und BAP-Platten. Im Jahr 1989 trafen beide Bands im Millowitsch-Theater (das es heute nicht mehr gibt) aufeinander. Daraus wurde ein EMI-Album unter dem Titel "Bläck Fööss und Fründe" produziert.

Vor allem der letzte Titel auf der ersten Seite der LP gefiel mir. Günter "Bömmel" Lückerath singt, was er sonst selten tat, und dazu spielt Klaus Heuser von BAP auf der E-Gitarre ein Solo zum Niederknien.

Es geht in dem Song um einen Menschen, der auf dem Klo singt, Lieder komponiert und vom großen Durchbruch träumt. Regelmäßig tritt er beim Talentwettbewerb im Rheinpark auf, und er soll dort schon gar nicht mehr kommen, weil ihm gesagt wird: "Du kommst noch ganz groß raus!"

"Dovun dräum ich sulang" ist ein ironisches Lied, weil man ahnt: Der Mann wird es nie packen. Er wird ein ewiger Träumer vom großen Erfolg bleiben. 

Und der Song passt heute noch mehr in die Zeit als 1989, weil das TV mittlerweile voll ist von Talentshows wie "DSDS" und "The Voice" mit all ihren Möchtegern-Stars. 



9.2.26

Warum ich sportlich eine Null bin

In diesen Tagen erwische ich mich dabei, während der laufenden Olympischen Winterspiele, stundenlang Sportarten wie Eiskunstlauf, Snowboarden oder Frauen-Eishockey zu glotzen. Ich bewundere die Schnee- und Eiskünstler und bin über Lindsay Vonns Sturz entsetzt. 

Dem Eishockey der Männer ist ja nun - Achtung, Ironie - durch die Serie "Heated Rivalry" jeglicher Männlichkeitswahn genommen. Was ich - Achtung, Ernst - überhaupt gut finde.

Eigentlich mache ich mir nichts aus Sport. Aus Wintersport sowieso nicht. Ich kann weder Eis laufen, noch Ski fahren. Auf dem Schlitten rodeln geht gerade noch. Und schier endlose Sportübertragungen zappe ich normalerweise schnell weg. Außer jetzt, bei Olympia.

Schon einmal schrieb ich hier darüber, wie ich früher den Schulsport gehasst habe. Deswegen war ich auch froh, dass es an meiner Schule keine Skifreizeit gab. Wahrscheinlich hätte ich mir alle Knochen gebrochen.

Nun müsste ich eigentlich abnehmen. Das haben mir bereits mehrere Ärzte bescheinigt. Der beste Weg dahin ist Bewegung. Doch sobald ich mich einer Sporthalle mit Fußballtoren, Basketballkörben und Kletterwand auch nur nähere, löst das bei mir Fluchtreflexe aus. 

Die Gnaden-Vier auf dem Abiturzeugnis in Sport hängt mir bis heute nach. Wenn ich an Sportvereine denke (hier schreibt der Sozialwissenschaftler in mir), denke ich an Vereinssitzungen mit Vorstand, Beisitzer, Schriftführer und Kassenwart. Diese meine Abneigung gegen das Vereinsleben ist natürlich Blödsinn, wenn man sich bewegen will, und unter Leute kommen will.

Vielleicht schaffe ich es doch noch einmal, über meinen Schatten zu springen? Wir werden sehen.

21.1.26

USA, Deutschland und Europa: Blick in die Zeitgeschichte

Angesichts der derzeitigen Spannungen zwischen den USA und Europa möchte ich aus dem Gedächtnis einmal einen historischen Vergleich ziehen. So gut ich es kann.

Gehen wir zunächst zurück in die 1970er-Jahre.

1976 wurde der liberale Demokrat Jimmy Carter zum US-Präsidenten gewählt. Carter versprach seinem Volk, er werde es nicht belügen. Das war eine Reaktion auf den verlorenen Vietnam-Krieg und den Rücktritt des Republikaners Richard Nixon im Jahr 1974 infolge des Watergate-Skandals. Zwischen 1974 und 1976 folgte die kurze Amtszeit von Gerald Ford, der zuvor Vizepräsident unter Nixon gewesen war. Einmal las ich eines der vielen Bücher des ehemaligen deutschen Bundeskanzlers Helmut Schmidt (SPD), in welchem dieser bekannte, von den vier US-Präsidenten, die er erlebt habe, habe er sich mit Gerald Ford am Besten verstanden. Doch Ford verlor die Wahl 1976, weil die US-Wähler von den Republikanern die Nase voll hatten.

In die Amtszeit von Jimmy Carter (1977 bis 1981) fiel der Friedensschluss zwischen Israel und Ägypten. Doch trotzdem wurde er 1980 nicht wiedergewählt. Der Grund dafür war hauptsächlich der Umsturz im Iran 1979 und die Ereignisse rund um die US-Botschaft. Carter galt als zu „weich“ und innen- wie außenpolitisch als gescheitert. Gegen den ehemaligen Schauspieler Ronald Reagan hatte er keine Chance. Auch Helmut Schmidt ließ im Nachhinein kein gutes Haar an Carter, auch ihm war der Demokrat zu „weich“.

Carters Nachfolger Ronald Reagan regierte von 1981 bis 1989. Seine Amtszeit markiert meiner Meinung nach die erste große Zäsur in der Nachkriegsgeschichte zwischen den USA und Europa. Militärisch (Stichwort „SDI“) und wirtschaftlich (Stichwort „Reaganomics“) legte er die Grundlagen für die politischen Positionen und den heutigen Zustand der US-Republikaner. Er wurde mit einer überwältigenden Mehrheit wiedergewählt. Lediglich Washington D. C. und Minnesota stimmten 1984 für den Demokraten Walter Mondale, der damals übrigens – auch das war ein Novum in der US-Geschichte – mit einer Frau als Vizepräsidentschaftskandidatin antrat. Aber das ist nur eine Fußnote.

Vom „Kalten Krieger“ wandelte sich Reagans Politik dann allerdings in Richtung Versöhnung, als 1985 Michail Gorbatschow sowjetischer Staats- und Parteichef wurde. Dieser setzte auf Abrüstung und Entspannung. Das registrierte man auch in Washington. Als zwischen 1989 und 1991 die „Wende“ in Osteuropa einsetzte, war allerdings schon Reagans Vize George H. W. Bush US-Präsident geworden.

An dieser Stelle möchte ich einen Zeitsprung zur Präsidentschaft von George W. Bush Junior machen, der die USA von 2001 bis 2009 regierte.

Meiner Meinung nach machte darin der Wandel der US-Republikaner hin zum Autoritarismus den zweiten, großen Schritt nach Ronald Reagan. Die Europäer erinnern sich noch an die Worte von Bushs Verteidigungsminister Donald Rumsfeld, der die kritischen Stimmen aus Europa zum zweiten Irakkrieg in den 2000er-Jahren als Stimmen aus „Old Europe“ abtat. Und die Deutschen erinnern sich an die Worte des damaligen deutschen Außenministers Fischer (Grüne), der Rumsfeld zum Irakkrieg auf der Münchner Sicherheitskonferenz die Worte „Excuse me, I am not convinced“ entgegen schleuderte. Bereits hier deutete sich ein riesiger Bruch der Nachkriegsordnung an, der sich unter Donald Trump heute finalisiert.

Der Demokrat Barack Obama, der 2009 bis 2017 zwischen George W. Bush und Donald Trump regierte, war dagegen in Deutschland und Europa sehr populär. Nicht nur, weil er liberal und der erste schwarze US-Präsident war. Sondern, weil man in Europa glaubte, das Verhältnis zu den USA habe sich nun dauerhaft wieder normalisiert.

Was ein Irrtum war.