ARD und ZDF geben Millionen Euro für Sportrechte aus. Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten sollen aber sparen. Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten müssen sogar sparen. Das gibt ihnen die Politik vor.
Am Sport soll nicht gespart werden. Sport ist Quotenbringer und somit einer von weniger werdenden Gründen für den Erhalt der Öffis.
Deshalb wird woanders gekürzt. Unter Anderem in meinem Lieblingsmedium Radio.
Das ARD-Abendprogramm kommt auf vielen Wellen nun zentral vom mdr und SWR. Um Eigenständigkeit vorzutäuschen, werden darin die regionalen ARD-Jingles zentral „abgefeuert“. Damit Otto-Normalhörer nicht merkt, dass „sein“ WDR 2, NDR 2 oder bremen vier momentan gar nicht sendet.
Es ist das gleiche Prinzip wie beim NRW-Lokalfunk. Dort werden seit jeher lokale Jingles zentral aus Oberhausen „abgefeuert“. Das macht das Moderationspult zum Schaltpult. Es macht die Seele des Mediums Radio kaputt. Und niemand – möglichst niemand – soll es merken.
Früher gab’s auf hr3 Abends Spezialsendungen und Samstags das „Ausgehspiel“. WDR 2 sendete unter der Woche Kabarett, später Musikspecials; Samstags „Yesterday – Die Oldieshow“. NDR 2 hatte den „Club“ und den „Club nach Zehn“ mit Schmusimusi. Bayern 3 sendete „Nightlife“.
Alles Sendungen, die ich gerne hörte. Alles Vergangenheit. Jetzt gibt’s Einheitsfunk.
Die Popwellen senden „Pop - Die Abendshow“ von SWR3. Die Oldiewellen senden den „ARD-Abend“ aus den mdr-Landesfunkhäusern. SWR1, hr1 und bremen eins strahlen den „Musikclub“ aus Stuttgart aus. Immerhin, das ist noch eine hörenswerte Sendung. Nur der stark unter Konkurrenzdruck sendende rbb und der BR halten sich aus dem Einheitsmantel raus - noch.
Im ARD-Nachtprogramm hat sich auch viel verändert. In der „ARD-Popnacht“ wechselte die gebende Rundfunkanstalt jede Nacht. Montags kam sie vom SFB, dienstags vom WDR...und so weiter.
Mittlerweile ist auch nachts Ödnis angesagt. Pop kommt vom SWR. Oldies vom mdr, Klassik vom BR. Was Vielfalt vorgaukelt, wo nur noch Einfalt besteht.
Schade.