29.3.24

Zu Ostern: Die Songs meines Lebens: The Cars – „Magic“ (1983)

Die „Cars“ sind heute weitgehend vergessen. Die beiden Frontmänner Ric Ocasek („Emotion in motion“) und Benjamin Orr sind leider schon verstorben.

Dabei waren sie eine der ersten Bands, die einen MTV Video Music Award in den USA erhielten. Einer ihrer weiteren Hits, noch in den 1970ern, war bereits „Just what I needed“ (gesungen von Orr). Ihre bekannteste Nummer ist sicher die Ballade „Drive“, die heute noch von Classic-Hits-Sendern gerne genommen wird.

„Magic“ wurde von Ocasek gesungen. Im Video sieht man ihn jesusgleich und predigerhaft auf einem gefüllten Pool laufend, von Anhängern angehimmelt. (Das ist natürlich nur Ironie. Ich hoffe, man darf dies zu einem christlichen Fest schreiben. Schaut Euch das Video auf YouTube einfach an. MTV hat’s jedenfalls gefallen, damals).

Warum ich mich so an diese Nummer erinnere, weiß ich eigentlich nicht. Sie ist mir seit meiner Kindheit präsent. Dabei waren die einschlägigen Sendungen „Mal Sondocks Hitparade“ und die „Großen Acht von RTL“ vor meiner Zeit.

Aber ich liebe die Musik dieser Zeit einfach. Und ich finde, man kann vielen Songs anhören, aus welchem Jahr sie stammen. Das Jahr 1986, das mir als Jahr von Tschernobyl präsent ist, verbinde ich zum Beispiel ebenso mit „The way it is“ von Bruce Hornsby and the Range. Und Grönemeyers „Sprünge“-Album. Und „Radio Musicola“ von Nik Kershaw...undundund.

27.3.24

Warum die Schuldenbremse gestrichen werden sollte

Das Wachstum soll 2024 nur magere 0,1 Prozent betragen, vermelden heute die führenden Wirtschaftsforscher der Nation. Vorher war man noch von einigermaßen okayen 1,3 Prozent ausgegangen.

Wie soll der Staat nun die Wirtschaft ankurbeln?

Wirtschaftsminister Habeck hat dazu einige Pläne angedacht. Allerdings dürften diese mit Lindners FDP nicht kompatibel sein. So wird es wohl beim „Wachstumschancengesetz“, oder wie dieses Wortungetüm heißt – ich habe es nicht gegoogelt - , bleiben.

Ein weiterer Punkt wäre die Aussetzung der Schuldenbremse. Mit Rot und Grün wäre das machbar, aber nicht mit Gelb. Und schon gar nicht mit Schwarz und Blau.

Die Befürworter der Schuldenbremse gehen dabei von zwei maximalen Fehleinschätzungen aus.
Man – der Staat - kann sich aus einer Wirtschaftskrise nicht „heraus sparen“. Und, anders, als viele Fachleute suggerieren, wird man – der Staat - auch durch Sparen nicht reicher.

Stattdessen müsste man antizyklisch handeln, „deficit spending“ betreiben, Geld durch staatliche Investitionen in die Wirtschaft pumpen. Es muss ja nicht gleich ein ganzes, teures Konjunkturprogramm, wie in den 1970ern, sein.

Und zur Überschrift: Ich kann es nur noch einmal schreiben, wie ich es an dieser Stelle mehrfach geschrieben habe. Ich bin kein Verfassungsjurist. Aber gibt es ein „Grundrecht auf einen schuldenfreien Haushalt“? Ein Grundrecht, das sogar im Grundgesetz verankert sein muss?

Gewiss, die Befürworter der Schuldenbremse werden jetzt sagen, sie sei ein Beitrag zur Generationengerechtigkeit. Damit „wir“ den nachfolgenden Generationen keinen Schuldenberg hinterlassen.

Das ist damit aber noch lange kein Grundrecht, wie Meinungs-, Versammlungs-, oder Redefreiheit. 

Es ist Zeit, daran zu schrauben. Wie es die führenden Wirtschaftsforscher heute – zumindest behutsam – ja auch angeregt haben.

21.3.24

Wer soll das alles schauen, hören und lesen?

Mittlerweile konkurrieren in Deutschland zig Streamingdienste um die Gunst des Publikums. Dort findet man in der Regel aktuelle, alte und neue Produktionen. Aber auch viel Durchschnitt und zig mal Gesehenes. Oftmals laufen Filme bei gleich mehreren Diensten.

Auch der Audiomarkt ist umkämpft. Gefühlt macht jeder Zweite bei uns einen Podcast. Von Lebenshilfe über Crime bis Current Affairs ist alles dabei. Die Auswahl ist schier unendlich.

Wenn man früher in ein Buchgeschäft ging, und einen Krimi suchte, fand man in der Regel ein Regal voll davon. Mittlerweile sind die wenigen verbliebenen großen Buchhändler mit Massen an Krimis überfüllt. Ich gebe bei der Suche danach in Buchhandlungen meist sofort auf, angesichts des unüberschaubaren Angebots.

Es ist seltsam. Klassische Medienjobs werden immer rarer und umkämpfter. Gleichzeitig steigt das Medienangebot rasant an. Ein Ende des Wachstums ist nicht in Sicht. Lediglich die gedruckte Presse baut ab. Als ich neulich durch eines der großen Magazine blätterte, fand ich darin kaum Anzeigen. Wer noch die dicken, mit Werbung gut gefüllten Zeitschriften und Magazine bis in die 1990er-Jahre kennt, weiß, wie sich das geändert hat.

Nur: Ich fürchte, beim TV, Streaming und Podcasts baut sich eine Blase auf. Wer soll das alles konsumieren? Es muss einen Markt dafür geben, und die Aufmerksamkeitsökonomie ist nicht unbegrenzt ausbaubar. Auch Werbeeinnahmen sind endlich.

Es wird wohl bald eine Marktkonsolidierung stattfinden.