5.3.26

ARD und ZDF: Was sich ändern wird

In diesem Blog habe ich bereits über kommende Reformen bei den deutschen Öffis geschrieben. Ich habe das Unterhaltungsprogramm von ARD und ZDF kritisiert. Zugleich aber gelobt, dass sie ihrem Informations- und Bildungsauftrag, vor allem in den Spartenprogrammen, nachkommen. 

Ich bedauere, dass so viel Geld in Sportrechte gesteckt wird. Und dass in meinem Lieblingsmedium Radio gekürzt wird. Diese Kürzungen weiten sich nun aus. Die ARD will zu Randzeiten in der Nacht künftig regionale Verkehrsmeldungen von einer Künstlichen Intelligenz vorlesen lassen. Was ich für eine ziemlich dämliche Idee halte.

Die Reform des Medienstaatsvertrags ist mittlerweile von allen Bundesländern abgesegnet worden. Die Pläne beinhalten nicht nur einen Abbau beim Hörfunk. Sondern auch beim Fernsehen wird zukünftig massiv gespart.

Konkret heißt das: Die ARD-Ableger "one" (WDR), "tagesschau24" (NDR/ARD aktuell) und "ARD alpha" (BR) werden eingestellt. Ich persönlich bedauere besonders das Ende von "ARD alpha". Hier sind viele interessante Inhalte zu den Themen Wissenschaft, Studium und (Aus-) Bildung zu sehen. 

Stattdessen soll es ARD/ZDF-Gemeinschaftsprogramme geben. Einen Sender namens "info" und ein junges Format namens "neo". Womit das ZDF seine Spartenkanäle praktisch fortführen kann.

Die Dritten Programme bleiben. Kein Wunder. Sind die regionalen ARD-Sender doch verpflichtet, Informationen aus jedem einzelnen Bundesland zu bringen. Das gefällt den Ministerpräsidenten natürlich. Dabei besteht das Unterhaltungsprogramm in den Dritten meist aus Wiederholungen von Serien wie "In aller Freundschaft", "Sturm der Liebe" und Zoo-Dokus wie "Amöbe, Ameise und co." (Achtung, Satire).

Gerne werden - in Sendungen wie "Wunderschön", "Expedition in die Heimat" oder "Nordtour" - auch die regionalen Sehenswürdigkeiten auf manchmal etwas seichte Art abgefeiert. Auch das sehen die Landespolitiker gerne. Wenn das vermutlich auch kaum jemanden unter 50 Jahren interessiert. 

Fazit: Phoenix, arte und und 3sat werden nicht nicht eingestellt. Das finde ich gut. Der ÖRR-Bildungsauftrag bleibt also gewahrt. Dennoch ist es schade, dass beim Radio nun die KI Einzug hält. 

Und dass es bald keinen Bildungs- und Nachrichtensender mehr gibt. 

 

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