5.3.23

Gibt es ein Grundrecht auf Klimaschutz?

Aktivisten der „Letzten Generation“ haben ein Berliner Grundgesetz-Denkmal aus Protest gegen die Klimapolitik der Bundesregierung mit Farbe beschmiert. Damit erreichen die Aktionen der Klimaschützer eine neue Eskalationsstufe.

Mir ist unklar, was diese „Aktivisten“ eigentlich wollen.

Wollen sie nur die Politik wachrütteln? Wollen sie Industrie und Konzerne anklagen? Oder richtet sich ihr Protest auch gegen einfache Bürger mit SUV und Flugreisenurlaub? Letzteres verneint die „Letzte Generation“. Und übersieht dabei, dass die Menschen ihre anklagenden Aktionen persönlich nehmen.

Was „Fridays for Future“ machten, konnte ich noch nachvollziehen. Das waren Schüler, die sich für Umweltthemen einsetzten. Das haben wir in dem Alter auch gemacht. Wir haben damals in der Klasse für „Greenpeace“ gesammelt und gespendet.

Aber Bilder in Museen mit Farbe beschmieren?

Das Grundgesetz beschmutzen?

Was soll das?

Genauso wenig, wie es ein Grundrecht auf einen ausgeglichenen Haushalt gibt (Stichwort Schuldenbremse), gibt es ein Grundrecht auf Klimaschutz.  

Insofern gibt diese neue Form von „Widerstand“ äußerst zu bedenken. Und es ist zu erwarten, dass das bald Konsequenzen von Seiten des Staates haben wird.

18.2.23

Gendersprache - Ja oder nein?

Als ich vorhin den Text zu meinem vorigen Post über das Staatsangehörigkeitsrecht schrieb, fiel mir im Nachhinein ein, dass ich ja an der ein- oder anderen Stelle hätte "gendern" können.

Zum Beispiel hätte ich "Amerikaner*in" statt "Amerikaner" schreiben können.

Soll man nun gendern? Soll das an Schulen und Hochschulen gelehrt werden? Und soll Gendersprache in den Duden? Ob es an unseren Lehranstalten tatsächlich schon Thema ist, weiß ich nicht, denn ich habe Schule und Hochschule hinter mir.

Ich finde, wer gendern will, soll es von mir aus tun. Dann aber konsequent. Ich tue es in der Regel nicht, vor allem deshalb nicht, weil ich das Gendersternchen, wie oben beschrieben, meist schlicht vergesse.

Einen Kritikpunkt am Gendern habe ich aber: Wer eine komplett geschlechtsneutrale Sprache haben will, sollte Englisch sprechen und schreiben. Englisch lernt jedes Schulkind. Dort gibt es kein Genus. 

Die Klassiker der Literatur umschreiben in Gendersprache? 

Ich glaube, das wäre ein bisschen viel verlangt. 

Wer ist Deutscher? – Von „Blut und Boden“ zum Geburtsort

Als die damalige rot-grüne Regierung Ende der Neunziger Jahre an die Macht kam, war eine ihrer ersten Maßnahmen die Reform des Staatsangehörigkeitsrechts.

Bis dahin galt: Wer Deutscher ist oder werden will, muss „deutsches Blut“ in den Adern haben.

Diese Regelung war uralt.

Bei uns in der Gegend stand ein Spätaussiedlerheim. Ich erinnere mich, dass in meiner Grundschule viele Kinder aus Osteuropa waren, die deutsche Vorfahren hatten. Deswegen durften sie nach Deutschland kommen, und sie durften perspektivisch auch Deutsche werden.

Dieses Prinzip galt, angesichts der zunehmenden Vielfalt und Durchmischung der Bevölkerung, irgendwann als überholt.

Man nahm sich, wie so oft, die USA als Vorbild.

Wenn in Amerika eine Frau ein Kind zur Welt bringt, ist das Kind automatisch Amerikaner. Egal, woher die Eltern kommen. Das ist im „melting pot“ USA auch gar nicht anders machbar. Wenn US-Behörden anfangen würden, die Herkunft von Kindern zu ergründen, um ihre Nationalität zu bestimmen, würde dies einen unüberschaubaren Wust an Bürokratie bedeuten. Deshalb dieser pragmatische Ansatz. Präsident Trump wollte daran rütteln – vergeblich.

Zurück nach Deutschland.

Ich erinnere mich daran, dass der damalige Kanzler 1999 eine Mehrheit für die Reform des Staatsbürgerschaftsrechts suchte. Und sie in der damals oppositionellen FDP fand. Die stimmte schließlich mit der Regierung für die Reform. Sonst hätte es dafür keine Mehrheit gegeben.

Mit dieser „Koalition“ wurde quasi das heutige Regierungsbündnis vorweggenommen.

Die erste Maßnahme der „Ampel“ im Jahr 2021 war auch eine gesellschaftliche Modernisierung, konkret die Abschaffung des Paragraphen 219 im Strafgesetzbuch. Es bleibt zu hoffen, dass noch mehr solcher Modernisierungen folgen.

9.2.23

UK: "Fawlty Towers" soll wiederbelebt werden

Laut Meldung auf "SPIEGEL ONLINE" heute morgen soll die legendäre britische Comedyreihe "Fawlty Towers" aus den 1970er-Jahren, mit Monty-Python-Star John Cleese in der Hauptrolle, wiederbelebt werden.

Als ich 1999 in England war, habe ich mir die Serie im Original, damals noch auf VHS, nach Deutschland mitgebracht. Über die Folge "The Germans" mit dem unvergessenen Satz "Don't mention the war!" konnte ich herzlich lachen. Und über den radebrechenden spanischen Kellner Manuel, dem Cleese regelmäßig eine runterhaut. Es gab davon auch mal eine deutsche Version mit Jochen Busse.

So viel Selbstironie muss man auch haben, will man das Verhältnis von Deutschland und Großbritannien verstehen.

In dem besagten Artikel steht aber auch, dass die BBC die Folge teils aus ihrem Onlineangebot heraus genommen hat. Weil sie, aus heutiger Sicht, nicht mehr politisch korrekt erscheint. 

Liebe BBC, und liebe Politisch Korrekten: "Fawlty Towers" ist eine Satire. Ich wiederhole, eine SATIRE!

Das darf man nicht wortwörtlich nehmen, was dort gezeigt wird. Außerdem ist die Serie mittlerweile fast fünfzig Jahre alt.

Im "SPIEGEL ONLINE"-Artikel steht dann noch, dass Cleese bald eine Show auf einem rechten britischen Nischennachrichtenkanal moderieren will. 

Das wiederum hat er eigentlich gar nicht nötig. Aber da sieht man mal wieder, wie polarisiert unsere (Medien-) Gesellschaft ist. 

Leider.