Heute möchte ich von meinem Studium
berichten. Ich habe im Wintersemester 2001/2002 angefangen, und
meinen Abschluss im Januar 2008 gemacht. Ist also schon eine Zeit
her.
Mein Studium lässt sich in einem Wort
zusammen fassen: chaotisch. Ich habe insgesamt 13 Semester gebraucht,
also länger als die damalige Regelstudienzeit von neun Semestern.
Das lag nicht nur an mir, es lag auch
an den Studienbedingungen. Man muss wissen, ich habe einen
Magisterabschluss. Ich habe also noch vor den Zeiten von
Bachelor/Master studiert.
Aber der Reihe nach.
Nach Abitur und Zivildienst wusste ich
zunächst nicht, was ich studieren wollte. Ich wusste nur: Später
willste was mit Medien machen. Naturwissenschaften lagen mir nicht.
Entschied mich schließlich für Anglistik und Informatik. Informatik
war damals schon „das heiße Ding“ auf dem Arbeitsmarkt. Ich
dachte, damit kannste nichts falsch machen.
Ich merkte aber schon nach wenigen
Seminarsitzungen, dass mir beide Fächer nicht lagen. In Info
verstand ich gar nichts, und in Anglistik machten wir so etwas
Langweiliges wie Morphologie - Wortstammkunde!
Also ließ ich das Studieren erst
einmal sein. Überlegte wochenlang, wie es weiter gehen könnte, und
geriet darüber auch in eine Krise. Ich jobbte beim damaligen „Hören
und Lesen“-Geschäft einer großen Kaufhauskette, aber mein Wunsch
nach einer Übernahme wurde abgelehnt.
Schließlich besann ich mich meines
Berufswunsches „Was mit Medien“. Ich machte Praktika beim
Lokalfunk in Düsseldorf und Essen. Die gefielen mir auch. Aber trotz
Nachfragens war danach auch hier keine Stelle als freier Mitarbeiter
für mich frei.
Also musste ich mich wohl oder übel
wieder mit dem Studium arrangieren. Ich entschied mich für
Praktische Sozialwissenschaften und Neuere Geschichte. Die
Sozialwissenschaften bestanden aus Politikwissenschaften, Soziologie
und Statistik. Geschichte hatte ich schon im Abitur als Leistungskurs
belegt.
Es gab in Sowi ein Einführungsseminar,
das ich zweimal machen musste, weil ich beim ersten Durchgang nicht
alle Teilnahmescheine abgeräumt hatte. Auch das Einführungsseminar
in Geschichte verlief chaotisch. Mein Prof kam aus dem Südwesten und
mokierte sich regelmäßig über die Ausdrucksweise seiner Studenten.
So bemängelte er etwa, dass einige Studenten in ihren Hausarbeiten
„Anziehsachen“ statt „Kleidung“ schrieben, und noch etliches
mehr.
Ich machte ein oder zwei Beiträge für
das Unimagazin im Bürgerfunk und besuchte auch ein entsprechendes
Seminar, das mir jedoch keine neuen Erkenntnisse brachte. Bereits als
Schüler hatte ich mir vorgenommen, zum Studium zurück nach
Frankfurt am Main zu gehen. Etwas verspätet, setzte ich dieses
Vorhaben zum Wintersemester 2004/2005 um.
Vorher arbeitete ich noch ein Semester
lang für das Uniradio der Ruhr-Uni Bochum. Doch bereits
währenddessen suchte ich einen Wohnheimplatz in Frankfurt. Was mir
auch gelang – heute wäre das wohl wesentlich schwieriger.
Weiter geht’s demnächst in TEIL 2