26.1.22

Songs of my life – Die Songs meines Lebens: TEIL 5: The Who - „Behind blue eyes“, 1971

Diesen Song habe ich erst recht spät entdeckt. Obwohl ich The Who natürlich kannte.

Jürgen Herrmann spielte ihn im Sommer 2001 spät abends auf „Bayern 3“ anlässlich des 30. Sendergeburtstags. Ich war sofort geflasht.

Im Herbst des gleichen Jahres, nach den Anschlägen vom 11. September, traten The Who beim „Concert for New York City“ auf. Ihre Performance, inklusive dieses Songs, war einer der Höhepunkte. Ich erinnere mich, dass sie von Schauspieler John Cusack angesagt wurden. Wenige Wochen später starb Bassist John Entwistle.

Der Song ist so verzweifelt, so traurig. Roger Daltrey schreit seine Angst und Einsamkeit heraus: „No one knows what it's like / To be the bad man / To be the sad man / Behind blue eyes“. Keith Moon an den Drums: wie immer umwerfend agil.

Es soll eine Coverversion aus den 2000ern von einer Band geben, die mit „Limp“ anfängt, und mit „Bizkit“ aufhört. Aber die ist zu vernachlässigen.

Immer, wenn es mir nicht gut geht, höre ich „Behind blue eyes“. Wenn es mir gut geht, dann nicht. 

25.1.22

Mein Studium: TEIL 1

Heute möchte ich von meinem Studium berichten. Ich habe im Wintersemester 2001/2002 angefangen, und meinen Abschluss im Januar 2008 gemacht. Ist also schon eine Zeit her.

Mein Studium lässt sich in einem Wort zusammen fassen: chaotisch. Ich habe insgesamt 13 Semester gebraucht, also länger als die damalige Regelstudienzeit von neun Semestern.

Das lag nicht nur an mir, es lag auch an den Studienbedingungen. Man muss wissen, ich habe einen Magisterabschluss. Ich habe also noch vor den Zeiten von Bachelor/Master studiert.

Aber der Reihe nach.

Nach Abitur und Zivildienst wusste ich zunächst nicht, was ich studieren wollte. Ich wusste nur: Später willste was mit Medien machen. Naturwissenschaften lagen mir nicht. Entschied mich schließlich für Anglistik und Informatik. Informatik war damals schon „das heiße Ding“ auf dem Arbeitsmarkt. Ich dachte, damit kannste nichts falsch machen.

Ich merkte aber schon nach wenigen Seminarsitzungen, dass mir beide Fächer nicht lagen. In Info verstand ich gar nichts, und in Anglistik machten wir so etwas Langweiliges wie Morphologie - Wortstammkunde!

Also ließ ich das Studieren erst einmal sein. Überlegte wochenlang, wie es weiter gehen könnte, und geriet darüber auch in eine Krise. Ich jobbte beim damaligen „Hören und Lesen“-Geschäft einer großen Kaufhauskette, aber mein Wunsch nach einer Übernahme wurde abgelehnt.

Schließlich besann ich mich meines Berufswunsches „Was mit Medien“. Ich machte Praktika beim Lokalfunk in Düsseldorf und Essen. Die gefielen mir auch. Aber trotz Nachfragens war danach auch hier keine Stelle als freier Mitarbeiter für mich frei.

Also musste ich mich wohl oder übel wieder mit dem Studium arrangieren. Ich entschied mich für Praktische Sozialwissenschaften und Neuere Geschichte. Die Sozialwissenschaften bestanden aus Politikwissenschaften, Soziologie und Statistik. Geschichte hatte ich schon im Abitur als Leistungskurs belegt.

Es gab in Sowi ein Einführungsseminar, das ich zweimal machen musste, weil ich beim ersten Durchgang nicht alle Teilnahmescheine abgeräumt hatte. Auch das Einführungsseminar in Geschichte verlief chaotisch. Mein Prof kam aus dem Südwesten und mokierte sich regelmäßig über die Ausdrucksweise seiner Studenten. So bemängelte er etwa, dass einige Studenten in ihren Hausarbeiten „Anziehsachen“ statt „Kleidung“ schrieben, und noch etliches mehr.

Ich machte ein oder zwei Beiträge für das Unimagazin im Bürgerfunk und besuchte auch ein entsprechendes Seminar, das mir jedoch keine neuen Erkenntnisse brachte. Bereits als Schüler hatte ich mir vorgenommen, zum Studium zurück nach Frankfurt am Main zu gehen. Etwas verspätet, setzte ich dieses Vorhaben zum Wintersemester 2004/2005 um.

Vorher arbeitete ich noch ein Semester lang für das Uniradio der Ruhr-Uni Bochum. Doch bereits währenddessen suchte ich einen Wohnheimplatz in Frankfurt. Was mir auch gelang – heute wäre das wohl wesentlich schwieriger.

Weiter geht’s demnächst in TEIL 2

23.1.22

Songs of my life – Die Songs meines Lebens: TEIL 4: Spider Murphy Gang - „Skandal im Sperrbezirk“, 1981

Diesen Titel kenne ich fast so lang, wie er existiert. Mein Vater hatte die Platte „Dolce Vita“ gekauft, auf der er erschien.

Wie bei den Songs zuvor, wusste ich auch hier früher nicht, worum es ging. Ich hörte das Wort „Nutten“, wusste die Wortbedeutung nicht, und meinte ernsthaft, sie singen über „Nonnen“.

Bis heute darf die Nummer auf keiner 80er-Party fehlen. Natürlich auch nicht beim Münchner Oktoberfest. Sie war eine der ersten, und zugleich erfolgreichsten, Nummern der „Neuen Deutschen Welle“.

Dass Schlagzeuger Franz Trojan, der bei „Sperrbezirk“ derbe reinhaut, ein so trauriges Ende nahm, tat mir leid, als ich es in den Medien hörte.

22.1.22

Songs of my life – Die Songs meines Lebens: TEIL 3: ABBA - „Me and I“, 1980

Worum es in „Me and I“ geht, habe ich Jahrzehnte nicht verstanden. Ich mochte das Lied nur sehr.

Es geht um ein eigentlich ABBA-untypisches Thema: Gespaltene Persönlichkeit. Sonst sind sie ja eher für leichte Kost bekannt. Der Song war, soweit ich mich erinnere, der letzte Titel auf der A-Seite des Albums „Super Trouper“.

Das „Lyrische Ich“ spielt mit Ideen von Siegmund Freud, und betont zugleich, damit offene Türen einzurennen („Sometimes I have toyed / With ideas that I got / From good old Dr Freud // Nothing new, of course / It may seem to you / I try to break through open doors“).

 Der Song ist leichtfüßig, und ermutigt Menschen, dass wir doch eigentlich „alle Freaks sind“ („Everyone's a freak“). Gleichzeitig singt Frida, dass sie zu sich selbst ist wie Dr. Jekyll zu Mister Hyde. Stilistisch weist die Nummer den musikalischen Weg in die 1980er-Jahre.

Drums

Ich habe es bisher noch nicht geschrieben, aber: ich lerne jetzt ein Instrument. Und zwar Schlagzeug.

Als ich kleiner war, habe ich – in der Reihenfolge – Glockenspiel, Blockflöte und Klavier gelernt. Lernen müssen.

Schlagzeug wollte ich schon damals können. Aber ich durfte nicht. Es war meinen Eltern zu laut, zu groß und zu teuer. Einer unserer Nachbarn hatte ein Schlagzeug. Ich war immer neidisch auf ihn.

Jetzt, mit über 40, dachte ich mir: Mach‘, was du immer machen wolltest. Und habe nach Drum-Lehrern gegoogelt. Ich fand D. im Essener Norden. Seit einigen Monaten nun lerne ich bei ihm. Und es macht richtig Fun.

Eigentlich benötigt man, wenn man ein Instrument erlernt, dieses Instrument auch zu Hause. Bei einer Gitarre oder, sagen wir, einer Flöte, ist das auch kein Problem.

Anders verhält es sich, wenn man ein Schlagzeug benötigt. Das braucht Platz und geduldige Nachbarn. Es gibt auch elektronische Schlagzeuge. Die sind leiser und nehmen weniger Platz weg.

Ob ich mir so ein Instrument besorgen werde, weiß ich noch nicht. Ich möchte erst einmal checken, ob ich auch dranbleibe. Bisher jedoch sieht es so aus.