Am Mittwoch ließ er sich von Bild noch als Regenbogenvater feiern, am Samstag trat er zurück:
Die Causa Spahn ist in aller Munde.
Egal, was da mutmaßlich hinter den Kulissen lief, und egal, ob Spahn sich mit Bild einließ und dabei letztlich umkam: Ein queerer Politiker trat zurück, weil er etwas tat, was den Prinzipien seiner Partei widersprach. Willkommen in den 1950ern.
Der Rücktritt Spahns ist deshalb bemerkenswert, weil man nicht weiß, warum Spahn so leichtfertig handelte, indem er seine Vaterschaft über den Boulevard in die Öffentlichkeit lancierte.
War ihm seine eigene Doppelmoral bewusst? War ihm die Doppelmoral seiner Partei und der Öffentlichkeit bewusst? Glaubte er, unangreifbar zu sein? Hatte er etwa keine Lust mehr auf seine Karriere? Oder war es ihm einfach egal? Wir wissen es nicht.
Was wir wissen, ist, dass schwule Männer (und dann noch aus dem Münsterland) es bis heute bei den Christlich-Unionierten schwer haben. Schwäbelt man dagegen, und heißt man Späth, Schäuble, Kauder oder - wie Spahns möglicher Nachfolger - Frei, ist man gerne gesehen.
Dieser letzte Absatz ist übrigens satirisch zu verstehen. Schönen Sonntag.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen