30.1.22

Songs of my life - Die Songs meines Lebens: TEIL 6: Boston – „More than a feeling“, 1976

Auch diesen Song lernte ich kennen, weil meine Eltern die Platte im Regal stehen hatte. Es geht um einen Typen, dessen Freundin Marianne hieß, und die sich von ihm getrennt hat („I see my Marianne walking away“).

Immer, wenn er diesen einen, alten Song („When I hear that old song they used to play“) im Radio hört, träumt er sich zurück zu ihr. Welcher Song es ist, bleibt unklar.

Der Titel ist einer der meistgespielten auf US-Classic-Rock-Stationen. Ein ähnliches Thema hat die 1986 erschienene Nummer „Amanda“ von Boston („I’m gonna tell you right away / I can’t wait another day / Amanda“).

 

LETZTE FOLGE - TO BE CONTINUED 

29.1.22

Mein Studium: TEIL 2

Die Studienbedingungen in Frankfurt waren…nun...schwierig. Frankfurt ist eine tolle, wenn auch sehr teure Stadt. Aber die Uni war -damals zumindest- zum Teil in einem baulich sehr verwahrlosten Zustand.

Ich habe den Großteil meines Studiums im Uniturm (offiziell: AfE-Turm) absolviert. Dieser wurde vor etwa zehn Jahren gesprengt, um einem neuen Hochhaus Platz zu machen. Die Sprengung wurde deutschlandweit im TV übertragen, vielleicht erinnert sich der eine oder andere.

Seit ´68 hatte man offenbar an diesem Turm (und leider auch an vielen anderen Gebäuden) nicht viel verändert. Gut, es gab natürlich W-LAN und reichlich Bibliotheken. Aber die Flure, Gänge und Seminarräume waren mit Parolen vollgeschmiert (ich erinnere mich z. B. an: „Randale, Bambule, Frankfurter Schule“), und dementsprechend verströmten viele Dozenten den Eindruck, als hätten sie hier auf Lehre auch keine große Lust.

Jedenfalls verstand ich manche Seminare gar nicht, andere wiederum waren auf Volkshochschulniveau, in wieder anderen erzählten die Dozenten vorwiegend Anekdötchen (das hatte ich aber auch im Ruhrgebiet so erlebt, wo man das „Dönekes erzählen“ nennt).

Ich kämpfte mich so von Semester zu Semester, immer mit der Tendenz, Seminare im Uni-Turm möglichst zu vermeiden. Mein Nebenfach Geschichte lernte ich jedoch im ehemaligen IG-Farben-Haus im schicken Westend, das, frisch saniert, kurz vor meinem Studienbeginn der Goethe-Uni übergeben worden war. An diesem Campus fühlte ich mich ausgesprochen wohl. Alles war neu und modern, wenn auch das, was ich dort lernte, Themen von früher waren.

Leider war das Studentenleben nicht so, wie ich es mir erhofft hatte. Im Wohnheim ging jeder so seines Weges. Die Bewohner kamen aus ganz Deutschland, viele auch mit Migrationshintergrund (darf man das noch so sagen? Ich hoffe.). Alle waren sehr nett, aber außer einem zweimal jährlich stattfindenden Flurkochen gab es eigentlich wenig Gemeinsamkeiten. Was ich sehr schade fand.

In meiner Freizeit fuhr ich oft die paar Bahnstationen zum Hauptbahnhof und Flughafen, und mietete mir einen Kleinwagen, oder stieg in den Zug. Dann fuhr ich die Städte in der Umgebung ab, die mich interessierten. Ich war in Mannheim, Heidelberg, Würzburg, Mainz und Marburg, wenn auch natürlich nur für ein paar Stunden. Leider fand sich kaum jemand, mit dem ich das hätte zusammen machen können.

Jedenfalls zog ich bald vom Studentenhochhaus in der Ginnheimer Landstraße um in ein Wohnheim in der Ludwig-Landmann-Straße. Im Hochhaus hatte ich ein 11-Quadratmeter-großes Zimmer gehabt, Nasszelle und Küche teilte ich mir mit einem Mitstudenten. Weil mir das zu klein war, erhielt ich ein 18-Quadratmeter-großes Zimmer, die Küche und Toiletten/Duschen teilte ich mir mit den Kommilitonen. Immerhin musste hier nicht geputzt werden, das übernahmen Reinigungsteams.

Irgendwann hatte ich, nach vielen Irrungen und Wirrungen, die ich hier nicht aufzählen will, dann alle Scheine zusammen. Zum Schreiben meiner Magisterarbeit wollte ich bei Dozent H. das Thema „Europapolitik der Regierung Schröder am Beispiel der Debatte um die EU-Verfassung“ bearbeiten. Das ging jedoch nicht, weil ich bei Dozent H. kein Seminar belegt hatte. Schließlich landete ich bei Professor S., einem Volkswirt, bei dem ich mich für das Thema „Arbeitsmarktvergleich Deutschland, Großbritannien, Niederlande in Bezug auf Deregulierung“ entschied.

To put a long story short… mit der Note für die Abschlussarbeit war ich nicht zufrieden. Am Ende erhielt ich ein „befriedigend“ als Gesamtnote. Im Januar 2008 dann war die „Herumstudiererei“ dann final beendet – gottseidank.

26.1.22

Songs of my life – Die Songs meines Lebens: TEIL 5: The Who - „Behind blue eyes“, 1971

Diesen Song habe ich erst recht spät entdeckt. Obwohl ich The Who natürlich kannte.

Jürgen Herrmann spielte ihn im Sommer 2001 spät abends auf „Bayern 3“ anlässlich des 30. Sendergeburtstags. Ich war sofort geflasht.

Im Herbst des gleichen Jahres, nach den Anschlägen vom 11. September, traten The Who beim „Concert for New York City“ auf. Ihre Performance, inklusive dieses Songs, war einer der Höhepunkte. Ich erinnere mich, dass sie von Schauspieler John Cusack angesagt wurden. Wenige Wochen später starb Bassist John Entwistle.

Der Song ist so verzweifelt, so traurig. Roger Daltrey schreit seine Angst und Einsamkeit heraus: „No one knows what it's like / To be the bad man / To be the sad man / Behind blue eyes“. Keith Moon an den Drums: wie immer umwerfend agil.

Es soll eine Coverversion aus den 2000ern von einer Band geben, die mit „Limp“ anfängt, und mit „Bizkit“ aufhört. Aber die ist zu vernachlässigen.

Immer, wenn es mir nicht gut geht, höre ich „Behind blue eyes“. Wenn es mir gut geht, dann nicht. 

25.1.22

Mein Studium: TEIL 1

Heute möchte ich von meinem Studium berichten. Ich habe im Wintersemester 2001/2002 angefangen, und meinen Abschluss im Januar 2008 gemacht. Ist also schon eine Zeit her.

Mein Studium lässt sich in einem Wort zusammen fassen: chaotisch. Ich habe insgesamt 13 Semester gebraucht, also länger als die damalige Regelstudienzeit von neun Semestern.

Das lag nicht nur an mir, es lag auch an den Studienbedingungen. Man muss wissen, ich habe einen Magisterabschluss. Ich habe also noch vor den Zeiten von Bachelor/Master studiert.

Aber der Reihe nach.

Nach Abitur und Zivildienst wusste ich zunächst nicht, was ich studieren wollte. Ich wusste nur: Später willste was mit Medien machen. Naturwissenschaften lagen mir nicht. Entschied mich schließlich für Anglistik und Informatik. Informatik war damals schon „das heiße Ding“ auf dem Arbeitsmarkt. Ich dachte, damit kannste nichts falsch machen.

Ich merkte aber schon nach wenigen Seminarsitzungen, dass mir beide Fächer nicht lagen. In Info verstand ich gar nichts, und in Anglistik machten wir so etwas Langweiliges wie Morphologie - Wortstammkunde!

Also ließ ich das Studieren erst einmal sein. Überlegte wochenlang, wie es weiter gehen könnte, und geriet darüber auch in eine Krise. Ich jobbte beim damaligen „Hören und Lesen“-Geschäft einer großen Kaufhauskette, aber mein Wunsch nach einer Übernahme wurde abgelehnt.

Schließlich besann ich mich meines Berufswunsches „Was mit Medien“. Ich machte Praktika beim Lokalfunk in Düsseldorf und Essen. Die gefielen mir auch. Aber trotz Nachfragens war danach auch hier keine Stelle als freier Mitarbeiter für mich frei.

Also musste ich mich wohl oder übel wieder mit dem Studium arrangieren. Ich entschied mich für Praktische Sozialwissenschaften und Neuere Geschichte. Die Sozialwissenschaften bestanden aus Politikwissenschaften, Soziologie und Statistik. Geschichte hatte ich schon im Abitur als Leistungskurs belegt.

Es gab in Sowi ein Einführungsseminar, das ich zweimal machen musste, weil ich beim ersten Durchgang nicht alle Teilnahmescheine abgeräumt hatte. Auch das Einführungsseminar in Geschichte verlief chaotisch. Mein Prof kam aus dem Südwesten und mokierte sich regelmäßig über die Ausdrucksweise seiner Studenten. So bemängelte er etwa, dass einige Studenten in ihren Hausarbeiten „Anziehsachen“ statt „Kleidung“ schrieben, und noch etliches mehr.

Ich machte ein oder zwei Beiträge für das Unimagazin im Bürgerfunk und besuchte auch ein entsprechendes Seminar, das mir jedoch keine neuen Erkenntnisse brachte. Bereits als Schüler hatte ich mir vorgenommen, zum Studium zurück nach Frankfurt am Main zu gehen. Etwas verspätet, setzte ich dieses Vorhaben zum Wintersemester 2004/2005 um.

Vorher arbeitete ich noch ein Semester lang für das Uniradio der Ruhr-Uni Bochum. Doch bereits währenddessen suchte ich einen Wohnheimplatz in Frankfurt. Was mir auch gelang – heute wäre das wohl wesentlich schwieriger.

Weiter geht’s demnächst in TEIL 2

23.1.22

Songs of my life – Die Songs meines Lebens: TEIL 4: Spider Murphy Gang - „Skandal im Sperrbezirk“, 1981

Diesen Titel kenne ich fast so lang, wie er existiert. Mein Vater hatte die Platte „Dolce Vita“ gekauft, auf der er erschien.

Wie bei den Songs zuvor, wusste ich auch hier früher nicht, worum es ging. Ich hörte das Wort „Nutten“, wusste die Wortbedeutung nicht, und meinte ernsthaft, sie singen über „Nonnen“.

Bis heute darf die Nummer auf keiner 80er-Party fehlen. Natürlich auch nicht beim Münchner Oktoberfest. Sie war eine der ersten, und zugleich erfolgreichsten, Nummern der „Neuen Deutschen Welle“.

Dass Schlagzeuger Franz Trojan, der bei „Sperrbezirk“ derbe reinhaut, ein so trauriges Ende nahm, tat mir leid, als ich es in den Medien hörte.