30.1.22

Songs of my life - Die Songs meines Lebens: TEIL 6: Boston – „More than a feeling“, 1976

Auch diesen Song lernte ich kennen, weil meine Eltern die Platte im Regal stehen hatte. Es geht um einen Typen, dessen Freundin Marianne hieß, und die sich von ihm getrennt hat („I see my Marianne walking away“).

Immer, wenn er diesen einen, alten Song („When I hear that old song they used to play“) im Radio hört, träumt er sich zurück zu ihr. Welcher Song es ist, bleibt unklar.

Der Titel ist einer der meistgespielten auf US-Classic-Rock-Stationen. Ein ähnliches Thema hat die 1986 erschienene Nummer „Amanda“ von Boston („I’m gonna tell you right away / I can’t wait another day / Amanda“).

 

LETZTE FOLGE - TO BE CONTINUED 

29.1.22

Mein Studium: TEIL 2

Die Studienbedingungen in Frankfurt waren…nun...schwierig. Frankfurt ist eine tolle, wenn auch sehr teure Stadt. Aber die Uni war -damals zumindest- zum Teil in einem baulich sehr verwahrlosten Zustand.

Ich habe den Großteil meines Studiums im Uniturm (offiziell: AfE-Turm) absolviert. Dieser wurde vor etwa zehn Jahren gesprengt, um einem neuen Hochhaus Platz zu machen. Die Sprengung wurde deutschlandweit im TV übertragen, vielleicht erinnert sich der eine oder andere.

Seit ´68 hatte man offenbar an diesem Turm (und leider auch an vielen anderen Gebäuden) nicht viel verändert. Gut, es gab natürlich W-LAN und reichlich Bibliotheken. Aber die Flure, Gänge und Seminarräume waren mit Parolen vollgeschmiert (ich erinnere mich z. B. an: „Randale, Bambule, Frankfurter Schule“), und dementsprechend verströmten viele Dozenten den Eindruck, als hätten sie hier auf Lehre auch keine große Lust.

Jedenfalls verstand ich manche Seminare gar nicht, andere wiederum waren auf Volkshochschulniveau, in wieder anderen erzählten die Dozenten vorwiegend Anekdötchen (das hatte ich aber auch im Ruhrgebiet so erlebt, wo man das „Dönekes erzählen“ nennt).

Ich kämpfte mich so von Semester zu Semester, immer mit der Tendenz, Seminare im Uni-Turm möglichst zu vermeiden. Mein Nebenfach Geschichte lernte ich jedoch im ehemaligen IG-Farben-Haus im schicken Westend, das, frisch saniert, kurz vor meinem Studienbeginn der Goethe-Uni übergeben worden war. An diesem Campus fühlte ich mich ausgesprochen wohl. Alles war neu und modern, wenn auch das, was ich dort lernte, Themen von früher waren.

Leider war das Studentenleben nicht so, wie ich es mir erhofft hatte. Im Wohnheim ging jeder so seines Weges. Die Bewohner kamen aus ganz Deutschland, viele auch mit Migrationshintergrund (darf man das noch so sagen? Ich hoffe.). Alle waren sehr nett, aber außer einem zweimal jährlich stattfindenden Flurkochen gab es eigentlich wenig Gemeinsamkeiten. Was ich sehr schade fand.

In meiner Freizeit fuhr ich oft die paar Bahnstationen zum Hauptbahnhof und Flughafen, und mietete mir einen Kleinwagen, oder stieg in den Zug. Dann fuhr ich die Städte in der Umgebung ab, die mich interessierten. Ich war in Mannheim, Heidelberg, Würzburg, Mainz und Marburg, wenn auch natürlich nur für ein paar Stunden. Leider fand sich kaum jemand, mit dem ich das hätte zusammen machen können.

Jedenfalls zog ich bald vom Studentenhochhaus in der Ginnheimer Landstraße um in ein Wohnheim in der Ludwig-Landmann-Straße. Im Hochhaus hatte ich ein 11-Quadratmeter-großes Zimmer gehabt, Nasszelle und Küche teilte ich mir mit einem Mitstudenten. Weil mir das zu klein war, erhielt ich ein 18-Quadratmeter-großes Zimmer, die Küche und Toiletten/Duschen teilte ich mir mit den Kommilitonen. Immerhin musste hier nicht geputzt werden, das übernahmen Reinigungsteams.

Irgendwann hatte ich, nach vielen Irrungen und Wirrungen, die ich hier nicht aufzählen will, dann alle Scheine zusammen. Zum Schreiben meiner Magisterarbeit wollte ich bei Dozent H. das Thema „Europapolitik der Regierung Schröder am Beispiel der Debatte um die EU-Verfassung“ bearbeiten. Das ging jedoch nicht, weil ich bei Dozent H. kein Seminar belegt hatte. Schließlich landete ich bei Professor S., einem Volkswirt, bei dem ich mich für das Thema „Arbeitsmarktvergleich Deutschland, Großbritannien, Niederlande in Bezug auf Deregulierung“ entschied.

To put a long story short… mit der Note für die Abschlussarbeit war ich nicht zufrieden. Am Ende erhielt ich ein „befriedigend“ als Gesamtnote. Im Januar 2008 dann war die „Herumstudiererei“ dann final beendet – gottseidank.

26.1.22

Songs of my life – Die Songs meines Lebens: TEIL 5: The Who - „Behind blue eyes“, 1971

Diesen Song habe ich erst recht spät entdeckt. Obwohl ich The Who natürlich kannte.

Jürgen Herrmann spielte ihn im Sommer 2001 spät abends auf „Bayern 3“ anlässlich des 30. Sendergeburtstags. Ich war sofort geflasht.

Im Herbst des gleichen Jahres, nach den Anschlägen vom 11. September, traten The Who beim „Concert for New York City“ auf. Ihre Performance, inklusive dieses Songs, war einer der Höhepunkte. Ich erinnere mich, dass sie von Schauspieler John Cusack angesagt wurden. Wenige Wochen später starb Bassist John Entwistle.

Der Song ist so verzweifelt, so traurig. Roger Daltrey schreit seine Angst und Einsamkeit heraus: „No one knows what it's like / To be the bad man / To be the sad man / Behind blue eyes“. Keith Moon an den Drums: wie immer umwerfend agil.

Es soll eine Coverversion aus den 2000ern von einer Band geben, die mit „Limp“ anfängt, und mit „Bizkit“ aufhört. Aber die ist zu vernachlässigen.

Immer, wenn es mir nicht gut geht, höre ich „Behind blue eyes“. Wenn es mir gut geht, dann nicht. 

25.1.22

Mein Studium: TEIL 1

Heute möchte ich von meinem Studium berichten. Ich habe im Wintersemester 2001/2002 angefangen, und meinen Abschluss im Januar 2008 gemacht. Ist also schon eine Zeit her.

Mein Studium lässt sich in einem Wort zusammen fassen: chaotisch. Ich habe insgesamt 13 Semester gebraucht, also länger als die damalige Regelstudienzeit von neun Semestern.

Das lag nicht nur an mir, es lag auch an den Studienbedingungen. Man muss wissen, ich habe einen Magisterabschluss. Ich habe also noch vor den Zeiten von Bachelor/Master studiert.

Aber der Reihe nach.

Nach Abitur und Zivildienst wusste ich zunächst nicht, was ich studieren wollte. Ich wusste nur: Später willste was mit Medien machen. Naturwissenschaften lagen mir nicht. Entschied mich schließlich für Anglistik und Informatik. Informatik war damals schon „das heiße Ding“ auf dem Arbeitsmarkt. Ich dachte, damit kannste nichts falsch machen.

Ich merkte aber schon nach wenigen Seminarsitzungen, dass mir beide Fächer nicht lagen. In Info verstand ich gar nichts, und in Anglistik machten wir so etwas Langweiliges wie Morphologie - Wortstammkunde!

Also ließ ich das Studieren erst einmal sein. Überlegte wochenlang, wie es weiter gehen könnte, und geriet darüber auch in eine Krise. Ich jobbte beim damaligen „Hören und Lesen“-Geschäft einer großen Kaufhauskette, aber mein Wunsch nach einer Übernahme wurde abgelehnt.

Schließlich besann ich mich meines Berufswunsches „Was mit Medien“. Ich machte Praktika beim Lokalfunk in Düsseldorf und Essen. Die gefielen mir auch. Aber trotz Nachfragens war danach auch hier keine Stelle als freier Mitarbeiter für mich frei.

Also musste ich mich wohl oder übel wieder mit dem Studium arrangieren. Ich entschied mich für Praktische Sozialwissenschaften und Neuere Geschichte. Die Sozialwissenschaften bestanden aus Politikwissenschaften, Soziologie und Statistik. Geschichte hatte ich schon im Abitur als Leistungskurs belegt.

Es gab in Sowi ein Einführungsseminar, das ich zweimal machen musste, weil ich beim ersten Durchgang nicht alle Teilnahmescheine abgeräumt hatte. Auch das Einführungsseminar in Geschichte verlief chaotisch. Mein Prof kam aus dem Südwesten und mokierte sich regelmäßig über die Ausdrucksweise seiner Studenten. So bemängelte er etwa, dass einige Studenten in ihren Hausarbeiten „Anziehsachen“ statt „Kleidung“ schrieben, und noch etliches mehr.

Ich machte ein oder zwei Beiträge für das Unimagazin im Bürgerfunk und besuchte auch ein entsprechendes Seminar, das mir jedoch keine neuen Erkenntnisse brachte. Bereits als Schüler hatte ich mir vorgenommen, zum Studium zurück nach Frankfurt am Main zu gehen. Etwas verspätet, setzte ich dieses Vorhaben zum Wintersemester 2004/2005 um.

Vorher arbeitete ich noch ein Semester lang für das Uniradio der Ruhr-Uni Bochum. Doch bereits währenddessen suchte ich einen Wohnheimplatz in Frankfurt. Was mir auch gelang – heute wäre das wohl wesentlich schwieriger.

Weiter geht’s demnächst in TEIL 2

23.1.22

Songs of my life – Die Songs meines Lebens: TEIL 4: Spider Murphy Gang - „Skandal im Sperrbezirk“, 1981

Diesen Titel kenne ich fast so lang, wie er existiert. Mein Vater hatte die Platte „Dolce Vita“ gekauft, auf der er erschien.

Wie bei den Songs zuvor, wusste ich auch hier früher nicht, worum es ging. Ich hörte das Wort „Nutten“, wusste die Wortbedeutung nicht, und meinte ernsthaft, sie singen über „Nonnen“.

Bis heute darf die Nummer auf keiner 80er-Party fehlen. Natürlich auch nicht beim Münchner Oktoberfest. Sie war eine der ersten, und zugleich erfolgreichsten, Nummern der „Neuen Deutschen Welle“.

Dass Schlagzeuger Franz Trojan, der bei „Sperrbezirk“ derbe reinhaut, ein so trauriges Ende nahm, tat mir leid, als ich es in den Medien hörte.

22.1.22

Songs of my life – Die Songs meines Lebens: TEIL 3: ABBA - „Me and I“, 1980

Worum es in „Me and I“ geht, habe ich Jahrzehnte nicht verstanden. Ich mochte das Lied nur sehr.

Es geht um ein eigentlich ABBA-untypisches Thema: Gespaltene Persönlichkeit. Sonst sind sie ja eher für leichte Kost bekannt. Der Song war, soweit ich mich erinnere, der letzte Titel auf der A-Seite des Albums „Super Trouper“.

Das „Lyrische Ich“ spielt mit Ideen von Siegmund Freud, und betont zugleich, damit offene Türen einzurennen („Sometimes I have toyed / With ideas that I got / From good old Dr Freud // Nothing new, of course / It may seem to you / I try to break through open doors“).

 Der Song ist leichtfüßig, und ermutigt Menschen, dass wir doch eigentlich „alle Freaks sind“ („Everyone's a freak“). Gleichzeitig singt Frida, dass sie zu sich selbst ist wie Dr. Jekyll zu Mister Hyde. Stilistisch weist die Nummer den musikalischen Weg in die 1980er-Jahre.

Drums

Ich habe es bisher noch nicht geschrieben, aber: ich lerne jetzt ein Instrument. Und zwar Schlagzeug.

Als ich kleiner war, habe ich – in der Reihenfolge – Glockenspiel, Blockflöte und Klavier gelernt. Lernen müssen.

Schlagzeug wollte ich schon damals können. Aber ich durfte nicht. Es war meinen Eltern zu laut, zu groß und zu teuer. Einer unserer Nachbarn hatte ein Schlagzeug. Ich war immer neidisch auf ihn.

Jetzt, mit über 40, dachte ich mir: Mach‘, was du immer machen wolltest. Und habe nach Drum-Lehrern gegoogelt. Ich fand D. im Essener Norden. Seit einigen Monaten nun lerne ich bei ihm. Und es macht richtig Fun.

Eigentlich benötigt man, wenn man ein Instrument erlernt, dieses Instrument auch zu Hause. Bei einer Gitarre oder, sagen wir, einer Flöte, ist das auch kein Problem.

Anders verhält es sich, wenn man ein Schlagzeug benötigt. Das braucht Platz und geduldige Nachbarn. Es gibt auch elektronische Schlagzeuge. Die sind leiser und nehmen weniger Platz weg.

Ob ich mir so ein Instrument besorgen werde, weiß ich noch nicht. Ich möchte erst einmal checken, ob ich auch dranbleibe. Bisher jedoch sieht es so aus.

20.1.22

Songs of my life – Die Songs meines Lebens: TEIL 2: Electric Light Orchestra - „Telephone Line“, 1976

Wie bereits geschrieben, „verfolgt“ mich das ELO seit meiner Kindheit.

In „Telephone Line“ singt Jeff Lynne über einen Anruf bei – ich vermute - seiner Ex. Die nimmt den Hörer jedoch nicht ab.

Seinen ganzen Weltschmerz packt er in den Song („Telephone line / Give me some time / I'm living in twilight“). Die Nummer beginnt ganz leise mit Wählgeräuschen, und steigert sich dann immer mehr und mehr.

Eigentlich gefällt mir das ganze Album „A new world record“. Auch die anderen Titel wie „Do Ya“ oder „Shangri-La“. In Letzterem geht es auch um eine Trennung („My Shangri-La has gone away / Faded like The Beatles on Hey Jude“).

Song meines Lebens Nummer Zwei.

19.1.22

Radio – My passion: TEIL 5 – LETZTER TEIL

2008 kam ich nach dem Abschluss zurück nach Hause. Bald hatten wir auch hier schnelles Internet. Inzwischen hatte so ziemlich jede Radiostation auf der Welt ein Potpourri an Online-Zusatzstreams gestartet, etwa „80er“, „Lovesongs“, „Rock“ etc.

Immer öfter las man im Netz, dass bald im Äther eine Digital-Revolution stattfinden würde: Die Einführung von DAB+. 2011 dann startete der erste Bundesmultiplex mit Sendern wie „Radio Bob“ und Absolut Radio. Ich überlegte hin und her, und entschied am Ende, mir so ein Gerät zu kaufen.

Doch auch im Auto wollte ich nun mehr Auswahl. Ich fand im Internet ein DAB+-Radio, welches man mit dem herkömmlichen UKW-Autoradio verknüpfen konnte. Das Senderangebot war zwar noch recht dürftig, aber immerhin, ein Anfang. Es sollte allerdings noch fast 10 Jahre dauern, bis sich die Sendervielfalt signifikant erhöhte.

ENDE


Das war der letzte Teil meiner Serie. Ihr denkt jetzt sicher: „Oh, was für ein Nerd!“

Nun, die einen sammeln Briefmarken, die anderen gehen auf Antiquitätenmärkte. Wieder andere....Egal. Ich lasse mir mein Hobby nicht nehmen.

Danken möchte ich in Bezug auf mein Hobby vor allem meinem ehemaligen Schulfreund M. Er hat meine Begeisterung für das Medium erweckt, und arbeitet heute selbst dort.

Und danken möchte ich meinem Vater.

Neue Serie: Songs of my life – Die Songs meines Lebens

Als ich klein war, hatten meine Eltern in ihrem orangefarbenen Opel Kadett genau eine Kassette. Die lief immer wieder, bis sie total abgenudelt war. Darauf waren drei Bands: ABBA, die Beach Boys und das Electric Light Orchestra.

Ich nannte die Kassette, warum auch immer, „Oberbeiti“.

Die Songs darauf habe ich bis heute im Ohr. Drei davon sollen die ersten „Songs meines Lebens“ in dieser Reihe sein.

TEIL 1

Beach Boys: „Sloop John B“, 1965

Alles, was ich über diesen Song weiß, habe ich erst später heraus gefunden. Ich versuche, es zu reproduzieren.

„Sloop John B“ stammt im Original weitestgehend vom „Kingston Trio“. Das hat Brian Wilson selbst auch so gesagt. Der Song handelt von einer Fahrt mit der Slup („sloop“) John B, auf der Fahrt rund um „Nassau Town“. Der Koch aß den ganzen Mais auf, und es war eine furchtbare Reise.

Am Ende heißt die line: „This here is the worst trip / I've ever been on“. Das Wort „trip“ ist hier doppeldeutig. Es geht nicht nur um den Trip auf dem Schiff, sondern auch um einen Drogentrip.

Auf YouTube findet man eine recht neue Studioversion mit Wilson, Al Jardine und dessen Sohn, in der sie die Zeile zur Entschärfung in „This here is the best trip / I've ever been on“ umtexten.

Vgl. dazu auch die nächsten beiden Folgen meiner „songs of my life“. 

18.1.22

Weil heute Dienstag ist, und ich mich wieder frei fühle, schon mal das hier: Radio – My passion TEIL 4

2002 machte ich meine ersten Praktika beim Lokalfunk. Ich musste natürlich langweilige Sachen machen wie die Hotline betreuen, durfte aber auch im Studio live dabei sein, Interviews und Umfragen machen, und kleine Anmods selber schreiben. Später beim Uniradio durfte ich dann auch eigene Beiträge produzieren, die gesendet wurden.

Im Jahr 2004 ging ich zum Studium nach Frankfurt am Main. Was man da über Antenne empfangen konnte, wusste ich ja schon grob aus der Jugendzeit. Ich erinnere mich an die Tsunami-Katastrophe Weihnachten 2004, von der ich zuerst bei SWR3 hörte. Und an ein Feature auf SWR2 über die Chemie-Katastrophe 1984 im indischen Bhopal, das bei mir Gänsehaut verursachte.

2005 daheim dann der nächste Quantensprung: Ich tauschte LNB und Receiver an der Sat-Anlage, um Digitalempfang zu ermöglichen. Bald verließ die BBC zwar den Astra-Satelliten, doch das Programmangebot blieb ähnlich hoch. Jetzt auch mit allen französischen und niederländischen Sendern.

Fasziniert war ich, als ich einmal die Nachtsendung „Les Nocturnes“ im französischen RTL-Radio entdeckte. Moderator Georges Lang spielte englischsprachige Jingles einfach so hintereinander ab. (Wie ich beim Radio gelernt habe, heißt das „abfeuern“). Habe ich geliebt und teils auf Kassette.

In meinem Studentenzimmer im Frankfurter Wohnheim hatte ich erstmals High-Speed-Internet. Daheim, in Essen, war ich noch per Analog-Modem online gegangen. Ich surfte mich durch die Medienwelt. Facebook und YouTube gab es noch nicht, bzw. standen erst in den Startlöchern. DAS soziale Netzwerk war damals „studiVZ“ - die Älteren werden sich erinnern.

Ich hörte online alte BFBS-Sendungen nach, die mich an meine Heimat erinnerten. Einmal lauschte ich (natürlich verrauscht) Eins Live, und war erstaunt, als ich da alte Kollegen vom Bochumer Uniradio hörte. Nachts lauschte ich der „Nightline“, dem YOU-FM-Talkradio mit Holger Klein vom hr.

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TEASER: Demnächst hier eine Serie über die "songs of my life" Freut euch drauf.

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Mein Corona-Tagebuch

10.20 Uhr: Anruf beim Hausarzt.

Das PCR-Testergebnis ist...tadaaa...NEGATIV!!!!

Habe ich also sechs Tage umsonst in der Quarantäne verbracht. Stichwort: überforderte Labore...

Heißt aber nicht, dass die Seuche harmlos ist. Lasst euch trotzdem impfen und testen. Ich bin geimpft und geboostert. Und würde mich auch ein viertes Mal impfen lassen, wenn das notwendig wäre.

Immerhin, jetzt kann ich wieder raus.

Und in diesem Blog geht's weiter. Bleibt dran.

Übrigens: warum heißt das Blog "Gardings Gold", wurde ich gefragt? Nun, das ist eine schöne Alliteration. Kann man sich gut merken.


15 Uhr: Ich besuche erstmals ein Englisch-Konversationstraining bei Frau B. in meiner Nähe. Sie hatte eine Anzeige geschaltet, und ich hatte reagiert. Sie meint, ich beherrschte die Sprache doch gut genug. Möchte trotzdem mal wieder 'ne Fremdsprache parlieren.

Wir vereinbaren, dass wir telefonieren, um weitere Termine auszumachen.

17.50 Uhr: Zurück in meiner Bude. Heute morgen, nach der Bestätigung, dass ich kein Corona habe, bin ich erstmal 'ne halbe Stunde an die frische Luft gegangen. Werde ich heute Abend, vor dem Zubettgehen, wieder tun.




Radio – My passion TEIL 3

1999 verbrachte ich drei Monate in England. Auch hier hörte ich viel Radio. Der Ort lag an der äußeren Themsemündung, und hier kriegte man fantastischerweise alle Londoner Privatradios wie Capital FM, Heart und Magic FM rein. Aber auch die örtlichen Sender wie Invicta FM waren gut.

Vor allem liebte ich das - aus dem Thanet stammende und heute nicht mehr existente - TLR FM mit DJs wie Johnny Lewis. Der, wie ich später aus dem Internet erfuhr, beim Piratensender Radio Caroline angefangen hatte. An sein „pop down the pub“-Quiz kann ich mich noch gut erinnern. Die Kassette mit der Aufzeichnung der „Brit Awards '99“ von BBC Radio 1 habe ich heute noch.

(Dass Radiofreaks wie ich in England „anoraks“ genannt werden, lernte ich auch hier.)

Als ich dann im Frühjahr aus England zurück kam, hatte ein Freund seine eigene Satellitenanlage aufgebaut. Ich dachte: „Das kannst du auch“. Fuhr in einen Baumarkt und kam mit Schüssel, Receiver und Mast zurück. Ich baute alles auf, und drehte so lange an dem Ding im Garten rum, bis ich Empfang hatte. Endlich! Endlich Auswahl in TV und Radio!

Radiomäßig konnte ich damit neben der BBC nun auch Sender wie Antenne Bayern oder NDR 2 dauerhaft hören. Doch das genügte mir nicht. Zu meinem 20. Geburtstag im Jahr 2000 kaufte ich mir einen Astra-Digitalradio-Receiver. Diesen schloss ich an die Satschüssel an und hatte damit auf einmal alle ARD-Programme, und nach Jahren auch wieder Sender wie hr3 und Hit Radio FFH.

17.1.22

Mein Corona-Tagebuch

Tag 6 in Quarantäne

8.45 Uhr: Leichte Kopfschmerzen nach dem Aufwachen. Sonst aber alles fit. Laut TV wieder neue Höchststände, was die Inzidenz betrifft. Wann hört Corona endlich auf? Wann wird die Welt diesen Mist besiegt haben?

11 Uhr: Versuche, jemanden zu finden, der doch noch für mich einkauft.

13.30 Uhr: Meine Vermieterin ruft an, sagt, ein Monteur sei da, der die Gartentür reparieren will. Sage ihr zwangsläufig, dass momentan keiner zu mir darf. Beide müssen wieder gehen.

15.30 Uhr: Anruf beim Hausarzt, ob er schon mehr vom Labor weiß. Geht keiner ran. Mist. Werde es nochmal in ein paar Stunden versuchen. Dafür habe ich jetzt wieder genug zu essen.

18.1.22, 2 Uhr: Kann nicht schlafen. Schreibe einen Blog-Beitrag für die kommenden Tage und Wochen, nach dem anderen. Freut euch auf das, was da noch kommt!



Radio – My passion TEIL 2

Als wir 1991 nach Hessen zogen, bekam ich eine Stereoanlage. Damit hörte ich meistens, wie meine Eltern, hr3. Samstags hr1, mit der Bundesligakonferenz. Aber auch mal Radio FFH und die angrenzenden Sender aus Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Auch WDR 2 konnte man, wenn auch nur schwach, im Kreis Offenbach hören. Ich zählte mal nach und kam auf um die 30 empfangbaren UKW-Stationen. Viel mehr als in Essen.

Meine Schwester hörte Sonntags „Max und Musik“, eine Kindersendung auf hr1. Ich erinnere mich dunkel, dienstags abends, nach dem Judo-Training, auch mal „Die Deutsche Schlagerparade“ auf Bayern 1 gehört zu haben, die mich an den „Pop-Report“ vom WDR erinnerte.

Was mich heute wundert: Dass ich den AFN damals nicht hörte. War mir wohl zu wild...

1993 ging es dann zurück nach Essen.

Meine Klassenkameraden hörten zumeist den Lokalfunk, den ich ziemlich gräßlich fand. Ich hörte lieber WDR 1 mit Sendungen wie „Eins Live“ (nach der der Nachfolgesender benannt wurde), „Hit Chips“ oder dem nachmittäglichen „Riff – Der Wellenbrecher“. Das war eine Wortsendung mit ernsten Themen, die um 15.05 Uhr begann, und für mich als Jugendlicher, der ich um die Zeit lieber Popmusik gehört hätte, ziemlich grausam war.

Samstags dann „Top Hits Deutschland“ mit Achim Preikschat, wo die Deutschen Charts allerdings nur hintereinander abgenudelt wurden. Was ich im Gegensatz zum „hr3-Hitclip“ in Hessen recht langweilig fand.

1994 war ich das erste Mal mit meinem Vater in Berlin. Ich hatte einen kleinen Radio-Walkman mit Analogskala dabei. Und was ich dabei auf die Ohren bekam, war geradezu eine Offenbarung: Fritz, Radio B Zwei, RTL,...die Masse an Sendern in Berlin überforderte und begeisterte mich zugleich.

1995 startete als Nachfolger von WDR 1 in NRW „Eins Live“. Ein Sender, den ich sehnsüchtig erwartet hatte, und der am Anfang für NRW-Verhältnisse ziemlich revolutionär war. Als Vorbild für Eins Live diente unter anderem „Fritz“ vom ORB aus Berlin/Brandenburg. Das wurde in einer der letzten „Riff“-Sendungen nachmittags so auch offen gesagt.

Doch im gleichen Jahr kaufte ich mir eine neue Stereoanlage mit Digitalanzeige und RDS und eine gute Antenne. Wochenlang drehte ich an dem Ding rum, bis ich den ganzen Äther abgehört hatte. Damit bekam ich SWF3 und die Niederländer rein. Von denen war Radio 3, heute 3FM, eine Offenbarung im Vergleich zu deutschen Stationen. Der Sender klang viel lauter, mit irren Jingles und DJs, und spielte einem Hit nach dem anderen. Das gab es zu der Zeit in NRW nicht.

Bei Überreichweiten gab's NDR 2, Antenne - Das Radio aus Niedersachsen und „Skyradio“ aus Holland. Auch mal „Hansawelle Bremen“. Alles Sender, die ich liebte.

16.1.22

NRW im Lauf der Jahre

Gerade sehe ich in „Berlin direkt“ einen Beitrag über die CSU und Markus Söder.

Das nehme ich mal als Anlass, über die politische Entwicklung „meines“ Heimat-Bundeslandes, NRW, zu schreiben.

Alles, so wie ich es aus dem Kopf weiß, und auch mal gelernt habe.


Von 1966 bis 1998 hatte NRW lediglich zwei Ministerpräsidenten:

Heinz Kühn (66-78) und Johannes Rau (78-98), beide SPD.

Also eine sehr, wie soll man sagen, stabile und konstante Entwicklung.

Besonders die 20-jährige Regierungszeit Raus hat das Land geprägt. Vor allem, was die politische Kultur angeht. Raus Motto war „Versöhnen statt spalten“, und das hat lange funktioniert. Auch die CDU-Ministerpräsidenten, die ihm folgten, vermieden eine harte Rhetorik.

Rau, der auch „Bruder Johannes“ genannt wurde, konnte die wirtschaftlichen Verwerfungen an der Ruhr lange durch Subventionen zudecken. An Rhein und Ruhr siedelten sich seit den 1960er, 1970er-Jahren neue Hochschulen an, die den Wegfall der klassischen Industriearbeitsplätze kompensieren sollten. Doch auch im Rest des Landes kam seine Art – ich will nicht sagen, Masche – an. So sicherte er seiner Partei mehr als10 Jahre absolute Mehrheiten.

1995 verlor die SPD die Mehrheit in NRW.

Ich erinnere mich an den Tag der Landtagswahl, weil ich genau an dem Tag Konfirmation feierte. Wir verfolgten die Wahl so nebenbei am Fernseher. Ich war gespannt, ob die rechte NRW-SPD sich nun mit den als sektiererisch geltenden Grünen zusammen raufen würde.

Sie tat es.

Konfliktherd war in den ersten Jahren vor allem der Braunkohletagebau im Rheinischen Revier.

Die neue Umweltministerin Höhn von den Grünen musste die Erweiterung genehmigen, setzte aber Umweltauflagen durch.

Später, im Studium, habe ich ein Buch des als „Beton-Sozis“ geltenden, langjährigen Düsseldorfer Fraktionschefs Friedhelm Farthmann gelesen. Darin schrieb er allen Ernstes, die Leute hätten das Wahlergebnis nicht gewollt. Sie hätten Rau seine absolute Mehrheit eigentlich behalten lassen wollen. So etwas kann man eigentlich nur Missachtung des Wählerwillens nennen. Aber Farthmann war nach 1995 nicht mehr im Amt.

Die rot-grüne Regierung hielt bis 2005, auch unter den Rau-Nachfolgern Clement und Steinbrück. Sie musste auch halten, um den Fortbestand der gleichfarbigen Bundesregierung von Gerhard Schröder zu garantieren. Mit der Wahlniederlage 2005 in NRW endete auch Schröders Rückhalt, was bekanntermaßen im Bund zu Neuwahlen führte.

Seit diesem Jahr, 2005, ist NRW ein „swing state“. Mal haben die einen, mal die anderen die Mehrheit.

Die Regierung Rüttgers (CDU/FDP) hielt fünf Jahre. Die folgende, wieder Rot-grüne unter Hannelore Kraft, immerhin sieben. Seit 2017 regiert wieder die Union mit den Liberalen, mittlerweile unter dem zweiten Regierungschef.

Wie die Wahlen im kommenden Frühjahr 2022 ausgehen, ist unklar. In Umfragen, die ich in den letzten Wochen gesehen habe, liegen beide große Parteien gleichauf.

Auffällig ist: Wie bereits zu Anfang geschrieben, hatte NRW bis 1998 in 32 Jahren nur zwei Regierungschefs. Seit 24 Jahren sind es nun schon deren sechs. Die stabilen Verhältnisse von einst sind Geschichte.

Das muss jedoch kein Nachteil sein. Regierungswechsel bringen einen „frischen Wind“, zumindest in der Theorie. Praktisch jedoch, so meine Beobachtung, macht es wenig Unterschied, welche Partei gerade regiert. Kontinuität ist in Deutschland ein hohes Gebot.

Vielleicht wäre etwas mehr politischer Diskurs manchmal besser? Entscheidet der Wähler. Im Mai.

Corona & Society

Höre gerade in den Nachrichten, dass die Inzidenz mittlerweile bei 516 komma irgendwas liegt.

Manche Eltern bedrohen Lehrer und laden vorgefertigte Anwaltsschreiben aus dem Netz runter, die sie dann an Lehrer ihrer Kinder verschicken.

Was ist bloß mit der Gesellschaft los? Das bringt mich zu grundsätzlichen Überlegungen:

Margaret Thatcher, britische Premierministerin von 1979 bis 1990, hat mal in einem Interview mit einer Frauenzeitschrift in ihrer Amtszeit gesagt, so etwas wie eine Gesellschaft gebe es gar nicht.

Es gebe nur Individuen.

Mehr als 30 Jahre nach dem Ende ihrer Amtszeit muss man konstatieren: Sie hat sich mit ihrer Ansicht durchgesetzt.

Den „Todesstoß“ für das Gemeinwesen, das schon vorher angeschlagen war, hat meiner Meinung das Internet mit seinen „sozialen Medien“ geliefert.

(Genau DAS Internet, in dem ihr auch gerade mein Blog lest).

Jeder liest nur noch das, was ihm passt. Andere Meinungen werden zunehmend egal.

Die berühmte „bubble“.

Früher gaben Kirchen, Gewerkschaften und Parteien für viele Menschen so etwas wie Heimat.
Das ist vorbei. Kollektive Organisationen verlieren an Mitgliedern.

Hoffentlich zerreißt Corona die Gesellschaften in Deutschland, Europa und der Welt nicht...das ist eine meiner größten Ängste.

Aber ich bin optimistisch, dass das Gute siegen wird. Und Corona wird verlieren.

Mein Corona-Tagebuch

Tag 5 in Quarantäne.

11 Uhr: Ich wache spät auf. Bin gestern aber auch erst gegen 3 Uhr eingeschlafen. 

Habe geträumt, ich säße im Biologieunterricht in der Oberstufe und hätte keinen Plan von gar nichts (war damals im Prinzip auch so, aber gut...). Dann träumte ich vom Religionsunterricht. Warum? Warum träumt man von Dingen, die mehr als 20 Jahre zurück liegen?


14 Uhr: Ich lese.

Was, wollt ihr wissen?

Ich lese „Deutungskämpfe – Der Streit um die deutsche Geschichte“ von Prof. Heinrich August Winkler (C. H. Beck Verlag München, 2021).

Prof. Winkler ist einer der renommiertesten deutschen Historiker, SPD-Mitglied - und polemisiert in diesem aktuellen Buch gegen Kollegen wie Christopher Clark. Den kennen wir als australischen Deutschland-Experten aus dem TV.

Clarks Buch „Die Schlafwandler“, so Winkler, exkulpiere Deutschland von der Schuld am Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Auch gegen andere Zeitgeschichtler schreibt er geschliffen an.

Liest sich kurzweilig und ist meine Empfehlung für heute.


15.45 Uhr: Eintracht Frankfurt, mein Lieblingsclub, spielt in der Bundesliga. Ich checke, welcher Radiosender das Match überträgt...Offenbar keiner: WDR Event nicht, hr1 und hr-iNFO auch nicht. Ärgerlich.

Ergänzung: hr1 und das SPORTRADIO DEUTSCHLAND übertragen doch, zumindest in Ausschnitten.

18 Uhr: Vergeblich versuche ich, online Lebensmittel einzukaufen. Die großen Supermarktketten liefern nicht an meine Adresse. Und bei den üblichen Lieferdiensten klappt die Bezahlung nicht.
Wat nu?
Da heißt es wohl, "Schmalhans Küchenmeister" bis Dienstag Abend...

Bedingungsloses Grundeinkommen – Ja oder Nein?

Eines vorweg: Um mir ein endgültiges Urteil über das Bedingungslose Grundeinkommen bilden zu können, weiß ich darüber noch zu wenig.

Aber das, was ich darüber weiß, lässt mich eher dagegen sein.

Aus drei Gründen:


Der erste Grund liegt in der ökonomischen Theorie.

Die besagt: Wenn die Löhne steigen, steigen auch die Preise.

Wenn also alle, vom Tellerwäscher bis zum Millionär, im Monat vom Staat, sagen wir, 1000 Euro Grundeinkommen bekämen (und das ist ja nichts anderes als ein Lohn), dann würden die Preise entsprechend steigen. Und zwar so, dass am Ende der finanzielle Vorteil für alle dahin wäre.

Den zweiten Grund nannte mir einmal ein Mitarbeiter eines Pflegedienstes: Wenn alle ein Grundeinkommen erhielten, dann würden dringend benötigte, aber finanziell unattraktive Berufe (wie eben die Pflege) noch unattraktiver. Dann würde erst recht keiner mehr diese Jobs machen wollen.

Als Drittes finde ich die Argumentation des Kölner Armutsforschers Butterwegge einleuchtend:

Finanzielle Transfers vom Staat an alle Bürger mit der Gießkanne zu verteilen, ist nicht sinnvoll.

An der Spaltung von Arm und Reich würden sie nichts ändern.

Last, but not least, gibt es noch ein viertes Argument gegen die Einführung eines Bedingungslosen Grundeinkommens:

Um es zu finanzieren, müssten wohl die Steuern massiv erhöht werden.

Nicht nur für Einzelne, sondern auch für Unternehmen.

Und das ist in Deutschland „highly unpopular“ und kaum durchsetzbar.

Radio - My passion. Eine Serie in mehreren Teilen. TEIL 1

Da ich nicht schlafen kann, heute am Sonntag schon ab kurz nach Mitternacht Teil1:

Also...

Radio ist meine Leidenschaft. Seitdem ich Weihnachten 1989 mit 9 Jahren ein Gerät geschenkt bekam.

Damit hörte ich Samstags mittags, von 12.05 bis 15 Uhr, auf WDR 4 den „Pop-Report“, mit Günter Krenz und Lutz Göhnermeyer im Wechsel. Krenz war Berliner und tendierte zu ausführlichen Anmoderationen, die bisweilen länger waren als der Musiktitel, den er danach spielte.

Apropos Musik, im „Pop-Report“ lief fast ausschließlich deutschsprachige Musik. Wenn die deutsche Hitparade abgefrühstückt war, folgte Richard Schippers mit den niederländischen Hits. Dann Willy Kralik oder Rosemarie Isopp vom ORF aus Wien mit einem Bericht von den „Austro-Pop-Charts“. Die Wiener wurden immer anmoderiert von Schippers mit dem Satz „Von der Amstel an die Donau“. Viele Kassetten habe ich noch zu Hause.

WDR 2 hörten immer meine Eltern. Morgens das Morgenmagazin mit dem markanten Hahnenschrei als Intro. Danach folgte das „ZeitZeichen“, dessen Jingle mit dem markanten Piepen ich noch heute im Kopf habe. Ab 9.20 Uhr folgte „Daheim und Unterwegs“. Darin donnerstags die Livesendung „Hallo Ü-Wagen“ mit Carmen Thomas, die ich auch mal live erlebt habe. Diese Schiene konnte ich aber meist nur hören, wenn schulfrei war. Genauso das „Mittagsmagazin“ ab 12.05 Uhr, dessen Jingle ich gräßlich fand, weil er an einen schlechten Militärmarsch erinnerte.

Wenn ich aus der Schule kam, lief ab 14.45 Uhr „Quintessenz – Fakten für Verbraucher“. Mit einem Jingle eingeleitet, das an „All my loving“ von den Beatles angelehnt war. Das habe ich aber erst viel später durch das Internet erfahren. Dann folgte „Zwischen Rhein und Weser“ und meine Lieblingssendung „Treffpunkt Musik“ mit einem fantastischen, gesungenen Jingle.

Später am Tag habe ich dann kein Radio mehr gehört.

Dafür am Wochenende:

Samstags vormittags, bei der Fahrt zum Einkauf in die Stadt, kam „Freie Fahrt ins Wochenend“ mit Alfred Zerban und dem jungen Roger Handt. Ersterer moderierte über Autothemen wie dem „Fahrbericht“ mit der wöchentlichen Fahrt über die Buckelpiste und dem eiernden Jingle „Fahren Sie bitte vorsichtig! Immer!“ am Ende. Letzterer war für die Musik zuständig.

Wenn wir mit der Familie Sonntags zum Schwimmen fuhren, lief vormittags „Von A bis Z – Das Sonntagsmagazin“ mit viel Wort. Wenn wir dann vom Schwimmen zurück kamen, hieß die Sendung mittags „Pop Tops“ mit Adolf „Buddha“ Krämer oder Edith Jeske im Wechsel. Eine Sendung, die ich aufgrund ihrer Musikorientierung liebte. Später, wenn wir zum allwöchentlichen Ausflug fuhren, lief dann das Kulturmagazin „Budengasse“. Für mich als Kind unerträglich, wegen fünfminütiger Beiträge über Tanztheater in Bielefeld und Ähnlichem. Dann, ab 18.05 Uhr, folgten die „Blinklichter“, mit einem abgewandelten Verkehrsjingle als Intro.

Gelegentlich hörte ich noch auf WDR 1 die „Schlagerrallye“ mit Wolfgang Roth, die Samstags immer eine Stunde vor dem Ende des „Pop-Reports“ begann. Aber diese englische Musik verstand ich nicht, und war mir auch zu „wild“.

Worüber ich heute schmunzeln muss.


- TEIL 2 folgt morgen, am Montag - 

15.1.22

Ein paar Gedanken zur aktuellen Politik: Lindners Politik

Der neue Bundesfinanzminister Christian Lindner, FDP, setzt auf altbewährte Konzepte. Er will, coronabedingt, in diesem Jahr mehr ausgeben als geplant. Aber dann, ab 2023, soll die Schuldenbremse wieder eingehalten werden. Zugleich will er die Steuerzahler um 30 Milliarden Euro entlasten.


Ist das das richtige Konzept für die 20er-Jahre?


Nein, muss man konstatieren. Die Zinsen liegen derzeit bei Null Prozent. Zudem haben wir eine seit 1993 nicht mehr gekannte, gleichwohl noch moderate Inflation von etwa drei bis vier Prozent. (Kleiner Exkurs: Eine Inflation von über 30 Prozent wie in der Türkei derzeit, das wäre wirklich ein Problem). In dieser Situation, also einer Gleichzeitigkeit von Nullzinsen und, relativ gesehen, höherer Inflation, staatlicherseits auf Sparen zu setzen, ist so ziemlich das Dümmste, was man machen kann.

Jetzt wäre der Zeitpunkt, dass der Staat Geld in die Hand nimmt, um notwendige Investitionen in Wohnungsbau, Infrastruktur, Digitalisierung und Klimaschutz zu tätigen. Dass Lindner das nicht langfristig tut, zeigt, wie veraltet seine Konzepte sind. Sie basieren immer noch auf der neoklassischen Ideologie – muss man wohl so sagen: Deregulierung, Privatisierung, keine Schulden, Steuern und Sozialleistungen runter. Diese Ideen stammen aus der Zeit Thatchers und Reagans und haben sich seit der „Wende“ 1982 auch in der FDP festgesetzt. Leider rüttelt auch die Ampel scheinbar nicht grundsätzlich an dieser Politik.

Die EZB setzt auf Nullzinspolitik, im Gegensatz zur US-Fed, die - angesichts einer Inflation von 7 % in den USA - bereits entgegen steuert. Die EZB will auch das Staatsanleihenankaufprogramm nicht beenden. Es könnte schon sein, dass die EZB die Zinsen moderat erhöht, um Sparern in Deutschland entgegen zu kommen. Es könnte aber genauso gut sein, dass das nicht passiert. Auch das spricht gegen Lindners Ansatz.


Mein Corona-Tagebuch

 15.1.22, 10 Uhr: Ich wache auf. Fühle mich fit. Der Nebel von gestern draußen hat sich verzogen. Frühstücke. Ein langes Wochenende steht bevor.

16 Uhr. Ich schalte das Radio an, um die Bundesligakonferenz zu verfolgen. Irgendwie muss man die Zeit ja rumkriegen.

20.45 Uhr. Schaue die Schlagershow im Ersten. Würde ich wohl nicht machen, wenn ich nicht im Lockdown wäre. Was man nicht alles tut, wenn man nicht raus darf...

By the way: Radio is my passion! Ab morgen dazu eine mehrteilige Serie in diesem Blog.

14.1.22

Mein Corona-Tagebuch

 14.1.22, 6 Uhr morgens. Ich wache auf. Mir geht es gut. Immer noch kein PCR-Testergebnis. Schaue das Morgenmagazin. Warte.

9.50 Uhr. Immer noch keine Nachricht in der Corona-App. Höre "Noxx" und surfe durchs Netz. Mein PCR-Test ist mittlerweile 48 Stunden her. Müsste also bald eigentlich ein Ergebnis folgen.

11.20 Uhr: Anruf beim Hausarzt, wann denn das Ergebnis des PCR-Tests komme? Es dauert länger, sagt man mir, das Labor kommt mit Testungen nicht hinterher. Könnte bis Montag dauern. Ich soll gegen 12.30 Uhr noch einmal kurz durchrufen. Aufgelegt.

12.30 Uhr: Erneuter Anruf beim Hausarzt: Das Corona-Labor sei überlastet, es werde wohl bis Montag dauern, bis ich das Ergebnis bekomme. Hatte ich schon mit gerechnet.

13.1.22

Mein Corona-Tagebuch

The beginning of it all

Dienstag, 11.1.22: 17.30 Uhr. Blick ins E-Mail-Postfach: Testergebnis positiv. Kurzer Schock. Dann sammeln.Schnell ein paar Sachen zusammen sammeln und in Quarantäne in die eigene Wohnung begeben. Vorher beim Hausarzt angerufen und Termin für PCR-Test am nächsten Morgen ausgemacht.

Nachts: Unruhiger Schlaf, Atemnot, Panik. Beim Notarzt angerufen, Situation geschildert. Der ist überraschend freundlich, sagt: „Beruhigen Sie sich, stellen Sie sich ans Fenster, um Luft zu bekommen. Wenn Sie weiter Schwierigkeiten haben, rufen Sie in einer halben Stunde nochmal an. Sind Sie geimpft?“ Ich sage, dreimal. Ja, dann könne eigentlich nicht viel Schlimmes passieren. Lege mich wieder schlafen. Erneuter Anruf Gott sei Dank nicht nötig.


Mittwoch, 12.1.22: Fahrt um 8.40 Uhr zum Hausarzt wegen PCR-Test. Der weist mich an, allein und mit Abstand hinters Haus zu kommen. Dort öffnet sich ein Fenster. Er nimmt mir einen Mundabstrich ab. Gibt mir einen Zettel mit den Daten zur Corona-Warn-App in die Hand. Damit kann ich in der App frühestens morgen mein PCR-TEST-Ergebnis abrufen. Fahre wieder zurück in die Wohnungsquarantäne. Meine Schwester besorgt mir Klamotten, die sie vor die Tür stellt. Lese viel, zappe durch die Kanäle und die Mediatheken. Gehe früh schlafen.

Donnerstag, 13.1.22: 3 Uhr morgens. Wache wieder auf mit Atemnot. Keine Ahnung, ob das vom Rauchen oder Corona oder beidem stammt. Gehe wie gestern Nacht zur Tür und stelle mich in die kalte Nachtluft. Es wird langsam besser, Panik geht zurück. Nehme eine Tablette zur Beruhigung. Lege mich wieder schlafen.

Um 9.20 Uhr weckt mich der Anruf von Herrn T. Er will freundlicherweise für mich einkaufen. Als er kommt, gebe ich ihm die Einkaufsliste und Geld. Klappt Gott sei Dank alles wie am Schnürchen. Warte auf das PCR-Testergebnis.

20 Uhr. Immer noch kein PCR-Testergebnis. Ich gehe schlafen. Hoffentlich morgen...